Falsche Pilotennamen nach Flugzeugunglück
„Ho Lee Fuk“

Beim Wettlauf um die schnellste Berichterstattung über das Flugzeugunglück in San Francisco ist dem Lokalsender KTVU ein peinlicher Schnitzer unterlaufen. Die Flugaufsichtsbehörde NTSB war daran nicht ganz unschuldig.
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San FranciscoEs schien der Coup des Tages. Das Nachrichtenteam des Lokalsenders KTVU Channel 2 unter Frank Somerville hatte einen anonymen Tipp bekommen und hielt offenbar als erstes die Namen der vier Piloten des Unglücksflugs Asiana 214 in Händen.

Treuherzig begann Nachrichtensprecherin Tori Campbell am Freitag die Namen, die sie offenbar erstmals laut aussprach, vorzulesen. Da waren die angeblich koreanischen Piloten „Sum Ting Wong“ (sprich: Something wrong), „Wi To Lo“ (sprich: We're too low), „Ho Lee Fuk“ und „Bang Ding Ow“. Ein typischer „Prank“ – eine Verulkung –, auf die der Sender hereingefallen war, und das auch noch auf ziemlich niedrigem, rassistischen Niveau zu einem traurigen Thema.

Schon während des Vorlesens der Namen kamen auch bei der Moderatorin hörbar Zweifel auf, aber tapfer brachte sie den vermeintlichen Coup zu Ende. Nach einer kurzen Werbeunterbrechung dann die Korrektur: Die Namen seien offensichtlich falsch, räumte Campbell ein, später legte der Nachrichtenchef des Senders Frank Somerville noch einmal in einer ausführlichen Entschuldigung auf allen Kanälen, von TV bis Twitter, nach.

Im Web tobte ein Sturm der Entrüstung. Doch nicht alleine wegen der Naivität der Nachrichtenprofis, die öffentlich ernste handwerkliche Fehler einräumten, begangen offenbar in dem Bemühen, um jeden Preis als erste mit den Namen an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Sender hatte in der Tat nämlich bei niemand anderem als der zuständigen Ermittlungsbehörde NTSB (National Transportation Security Board) nachgefragt und sich von dort die Korrektheit der Namen bestätigen lassen.

Jetzt lag es an der Behörde, Farbe zu bekennen. Und was dann kam, überstieg jede Vorstellung: Die Agentur, die mit höchster Präzision Flugzeugunglücke rund um die Welt zu untersuchen hat, gab zu, die Namen und ihre Schreibweise gegenüber dem Sender in der Tat bestätigt zu haben. Es sei allerdings ein „Praktikant gewesen, der außerhalb seiner Befugnisse gehandelt habe“, der in Washington die Informationen mal eben so abgenickt habe. Man werde aber „angemessene Maßnahmen ergreifen, damit solche gravierenden Fehler nicht noch einmal passieren könnten.“

Bleibt nur zu hoffen, dass dies die gravierendsten Fehler waren, die Sender und Behörde in diesem Fall unterlaufen sind.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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