Familie
Zahl der Scheidungen steigt wieder

Die Ehe ist in Deutschland wieder ein gefährdetes Gut: Erstmals seit sechs Jahren haben wieder mehr Paare die Scheidung eingereicht. Im vergangenen Jahr wurden 191 900 Ehen geschieden.

HB WIESBADEN. Damit stieg die Zahl der Scheidungen um 4 800 oder drei Prozent gegenüber 2007, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Von 1992 bis 2003 war die Zahl der Scheidungen mit Ausnahme des Jahres 1999 noch beständig gestiegen, 2004 bis 2007 dagegen war sie zurückgegangen.

2008 wurden damit von 1 000 Ehen elf geschieden, im Jahr 1993 waren es dagegen nur acht von 1 000 Ehen. Die Scheidungsrate bezifferte das Bundesamt auf etwa 39 Prozent; aus statistischen Gründen werden dabei aber nur Ehen mit einer Dauer bis 25 Jahre betrachtet, wie es hieß.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Von Jahr zu Jahr vergeht mehr Zeit, bis sich Paare zu einer Trennung entscheiden; 2008 betrug die durchschnittliche Ehedauer bei der Scheidung 14,1 Jahre. Im Jahr zuvor waren die Partner im Schnitt 13,9 Jahre verheiratet, 1990 waren es 11,5 Jahre. 2008 kamen die Scheidungsanträge zwar weiterhin überwiegend von den Frauen und nur in etwa jedem dritten Fall von den Männern (37 Prozent). Doch holen die Männer auf: Um fünf Prozent stieg die Zahl der von ihnen gestellten Anträge.

Rund 85 Prozent der Ehen wurden im vergangenen Jahr nach einjähriger Trennung geschieden, das waren drei Prozent mehr als 2007. Bei 3 100 Scheidungen waren die Partner noch kein Jahr getrennt, das ist ebenfalls ein Plus von rund drei Prozent. Die Zahl der Scheidungen nach dreijähriger Trennung ist dagegen um rund zwei Prozent zurückgegangen.

Knapp die Hälfte der vergangenes Jahr geschiedenen Paare hatte Kinder unter 18 Jahren. Die Zahl der von Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder nahm damit um rund vier Prozent auf 150 200 zu, wie die Wiesbadener Behörde berichtete.

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