Fast 200 Verletzte
U-Bahn-Unglück schockt Südkorea

Der Schock nach dem Fährunglück in Südkorea sitzt noch tief. Zwei U-Bahnzüge in der Hauptstadt Seoul prallten aufeinander – der Unfall geht aber vergleichsweise glimpflich aus. Es werden aber fast 200 Menschen verletzt.
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SeoulBeim Zusammenstoß zweier U-Bahnen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sind etwa 200 Menschen verletzt worden. Ein fahrender Zug prallte am Freitagnachmittag in der Station Sangwangsimni im Osten der Stadt auf einen stehenden Zug mit Hunderten Insassen, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Behörden korrigierten die Angaben über die Zahl der Verletzten von zuvor mehr als 170 auf knapp 200. Es seien nur leichtere Verletzungen gemeldet worden. Ein Fahrer sei wegen einer gebrochenen Schulter operiert worden.

Das Zugunglück ereignete sich zu einer Zeit, in der viele Südkoreaner noch den Schock nach dem Untergang der Fähre „Sewol“ vor mehr als zwei Wochen verarbeiten. Die Regierung hatte sich nach der Katastrophe mit rund 300 Toten und Vermissten für schlechtes Krisenmanagement entschuldigt und eine Überholung des Sicherheitssystems des Landes angekündigt.

Der erste Zug war auf einer der wichtigsten Strecken der Seouler Metro wegen mechanischer Probleme stehengeblieben. Beim nächsten Zug habe dann wahrscheinlich die automatische Entfernungskontrolle versagt, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Stadt berichtete.

Passagiere der Züge erzählten im Fernsehen, dass viele stehende Fahrgäste beim Aufprall gestürzt seien. Die Lichter seien plötzlich ausgegangen. Außerdem hätten sie 20 Minuten lang keine Anweisungen von der Station gehört. Viele seien deshalb verwirrt gewesen. Viele sprangen aus den Wagen auf die Gleise, um auf die Bahnsteige zu kommen. Im Fernsehen waren Bilder von einer herausgerissenen Verbindungstür und geplatzten Scheiben zu sehen.

Der Zugbetrieb auf der Strecke kam vorübergehend zum Erliegen. Das Seouler U-Bahnnetz ist eines der am meisten benutzten der Welt. Täglich werden über fünf Millionen Menschen damit befördert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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