Fast jede dritte Raststätte mangelhaft
Die Last mit der Rast

Unmittelbar vor dem Start in die Sommerferien weist fast jede dritte Raststätte an den Hauptreiserouten in Europa nach Angaben des ADAC gravierende Mängel auf. Übelriechende Duschen, schmuddlige Imbisse, schmutzige Toiletten: 19 der 65 untersuchten Rastanlagen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien wurden als „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ eingestuft, teilte der Automobilclub am Dienstag in München mit.

HB/dpa MÜNCHEN. Ein Lichtblick beim europaweiten Test war die Behindertenfreundlichkeit. Deutsche Raststätten und Autohöfe landeten bei dem Test ganz vorne. Sieger wurde die Rastanlage „Im Hegau West“ an der Autobahn A 81 Singen-Stuttgart bei Engen. Den zweiten Platz holte der Autohof „Wikinger Land“ an der Autobahn A 7 bei Schleswig, Platz drei ging an die Raststätte „Holmmoor West“ an der Autobahn A 7 bei Quickborn. Bei dem Test waren unter anderem Hygiene, Familienfreundlichkeit und Verkehrssicherheit untersucht worden.

Trotz der Spitzenergebnisse kritisierte der ADAC, auch in Deutschland gebe es noch zu viel Mittelmaß. „Die Top-Qualität fehlt“, sagte Max Stich, ADAC-Vizepräsident für Tourismus. „Der Autofahrer kann sich immer noch nicht darauf verlassen, dass dort, wo auf einem blauen Schild Rasten angezeigt wird, auch gleich bleibende Qualität garantiert ist.“ Der Raststättenverband Tank & Rast bewertete die Testergebnisse jedoch als Zeichen, dass der eingeschlagene „Kurs für Modernisierung und Qualitätssteigerung der vergangenen Jahre Früchte trägt“. Allein in Deutschland hatte der Automobilclub 25 Raststätten und 15 Autohöfe getestet.

Unter den 65 getesteten Raststätten in Europa konnte keine einzige die Note „sehr gut“ erringen. 17 Anlagen wurden mit „gut“ bewertet, 29 waren „ausreichend“. Die restlichen 19 Anlagen hätten die Mindestanforderungen nicht erfüllt, betonte der Automobilclub. Im Ländervergleich schnitten noch Frankreich und die Schweiz gut ab, Italien war Schlusslicht. 85 Prozent der europaweit getesteten Raststätten hätten barrierefreie Zugänge für Rollstuhlfahrer geboten.

Eindeutiger Testverlierer sei mit Gesamtnote „sehr mangelhaft“ der Autohof „Haiger“ an der Autobahn A 45 bei Siegen gewesen, berichtete der ADAC weiter. „Hier gibt es nahezu nichts, was eine erholsame Rast auszeichnet“, lautet das Urteil der Tester. Die Anlage sei insgesamt ungepflegt und unsauber, Toilette und Dusche seien „sehr schmutzig und nicht geruchsneutral“. Ebenfalls „sehr mangelhaft“ war unter anderem die italienische Rastanlage „Cigliano Süd“ an der Autobahn A 4 Turin-Mailand: Dort entdeckten die Tester einen „schmuddeligen Stehimbiss, für allein reisende Damen abends nicht zu empfehlen“.

Bei der Bewertung hinsichtlich Familienfreundlichkeit ergab sich auch in Deutschland ein noch düstereres Bild: Hier erhielten mehr als 70 Prozent der deutschen Anlagen die Noten „mangelhaft„ oder „sehr mangelhaft“. Besonders bemängelten die Tester fehlende Sicherheit für Fußgänger etwa an abgegrenzten Spielplätzen. Familienfreundlichste Raststätte in Deutschland ist laut ADAC-Test die Anlage „Recknitz- Niederung Ost“ an der Autobahn A 19 bei Gustrow.

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