Fastnachtssonntag
Hunderttausenden Narren lachte die Sonne

Während in den närrischen Hochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf erst am Rosenmontag die großen Züge mit Live-Übertragung im Fernsehen starten, rollten etwa in Berlin, Braunschweig, Frankfurt, Wiesbaden, Cottbus, Mannheim, Erfurt und dem sächsischen Radeburg traditionell schon am Fastnachtssonntag die Umzüge.

HB BRAUNSCHWEIG/COTTBUS. In Berlin zogen unter dem Motto „Hier tanzt der Bär“ 70 Festwagen mit etwa 4000 Narren vom Brandenburger Tor zum Schlossplatz. Im Cottbuser Karnevalsumzug rollten vor 100 000 Zuschauern etwa 4000 Narren mit mehr als 90 geschmückten Festwagen durch die Innenstadt.

Mit närrischer Freude und lautem Getöse begeisterten 4500 kleine Jecken am Sonntag im Aachener Kinderzug das Publikum, während in Köln die „Schull- und Veedelszöch“ schon mal die Strecke des Rosenmontagszuges abschritten. In Mainz liefen die Garden und einige Motivwagen als sonntägliche Vorhut des Rosenmontagszuges auf.

Rund 250 000 Schaulustige zeigten bei Norddeutschlands längstem Umzug in Braunschweig, dass die Nordlichter keine Karnevalsmuffel sind. Rund 30 000 Täfelchen Schokolade, 17 Tonnen Kamelle, 80 000 Waffeln, 15 000 kleine Schokoriegel, 250 Kilo Lollys, 12 500 Würstchen, Stofftiere, Bälle und anderes Spielzeug prasselten von den Wagen auf die Zuschauer. Auch in Hannover und Osnabrück jubelten jeweils rund 100 000 Zuschauer den Umzügen zu.

Auch die Bayern feierten: In Würzburg schlängelte sich bei frostigen minus 4 Grad auf einer Länge von mehr als drei Kilometern der nach Veranstalterangaben größte Gaudiwurm Süddeutschlands mit 190 Gruppen vor mehr als 100 000 Zuschauern durch die Stadt. In Nürnberg marschierten 52 Gruppen sowie Garden und Solisten vor ebenfalls rund 100 000 Zuschauern auf. Rasant ging es beim traditionellen Faschings- Bobrennen bei der Firstalm am Spitzingsee zu. In bunten Kostümen sausten die Rennteilnehmer eine 400 Meter lange Piste hinab.

In Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden rollte der „närrische Lindwurm“ mit etwa 5000 Teilnehmern vor Tausenden gut gelaunter Narren durch die Straßen. Der „Große Frankfurter Fastnachtszug“ reihte mehr als 6000 Narren und 67 Vereine zu 260 Zug-Nummern auf, allein 775 Spielleute. Unter dem Motto „Fünf Mal Elf Jahre Großer Rat - Frankfurt ist auf Draht“ machten sich die Narren auf den Weg und nahmen mit Motiv-Wagen etwa Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) auf die Schippe.

Die schwäbisch-alemannische Fastnacht hat am Sonntag ebenfalls mit zahlreichen Straßenumzügen und Veranstaltungen ihren Höhepunkt erreicht. Zu Umzügen im Schwarzwald sowie am Ober- und Hochrhein kamen insgesamt mehr als 100 000 Narren und Zuschauer, teilte ein Sprecher der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte mit.

Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt zog auch der traditionelle Fastnachtsumzug der Städte Ludwigshafen und Mannheim bis zu 300 000 Zuschauer an. Er setzte sich aus 2500 Akteuren zusammen.

Der vermutlich größte Umzug im Freistaat Sachsen startete in der Kleinstadt Radeburg bei Meißen. Auch in Leipzig verwandelte sich die Innenstadt am Sonntag in eine Karnevalsmeile. In Thüringens Landeshauptstadt Erfurt zogen 2500 Narren bei strahlendem Sonnenschein durch die Straßen und nahmen Politiker von Bund, Land und Kommunen auf die Schippe, bejubelt von Zehntausenden.

Närrisch gaben sich am Sonntag auch mehrere Orte in Mecklenburg- Vorpommern, darunter mit Umzügen die Städte Techentin und Dömitz sowie Neukalen. In Sachsen-Anhalt Marschierten die Narren ebenfalls in mehreren Städten auf. Allein beim Umzug in Dessau waren laut Polizei etwa 60 000 Menschen auf den Beinen.

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