FBI untersucht Hinweis
Amtrak-Zug vor Unfall womöglich von Objekt getroffen

Der entgleiste Amtrak-Zug, der am Dienstag acht Leben forderte und mehr als 200 Menschen teilweise schwer verletzte, könnte laut Medien vor dem Unfall von einem Geschoss getroffen worden sein: Das FBI ermittelt.
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New YorkLaut amerikanischen Medienberichten will das FBI ermitteln, ob der Amtrak-Zug, der am Dienstag in Philadelphia entgleiste, möglicherweise kurz vor dem Unfall von einem Geschoss oder einem anderen Objekt getroffen wurde. Den Hinweis für diese Theorie gab laut der amerikanischen Transportsicherheitsbehörde NTSB ein Mitglied des Zugpersonals, das direkt vor dem Unfall eine Funkmeldung überhört haben will, laut der ein Stein oder ein Geschoss den Zug getroffen haben könnte. Das FBI soll nun die Windschutzscheibe und den Vorderteil des Zuges untersuchen, wo deutliche Schäden zu sehen sind.

Einer Analyse von Videoaufnahmen zufolge war der Zug vor der Unglückskurve zudem 172 Stundenkilometer schnell. Robert Sumwalt von der Verkehrsbehörde NTSB sagte, der Lokführer habe Momente vor dem tödlichen Crash die Notbremse gezogen. Der Zug sei aber immer noch 164 Stundenkilometer schnell gewesen, als der Datenschreiber ausgefallen sei. Erlaubt gewesen seien nur 80 Kilometer pro Stunde.

Opfer des Unglücks müssen womöglich mit einer unzureichenden Entschädigung rechnen: Wie die Agentur Bloomberg in der Nacht zum Samstag berichtet, ist die Entschädigungssumme, die Bahnunternehmen in den USA bei einem Unglück auszahlen müssen, auf 200 Millionen Dollar begrenzt. Die Summe gilt ungeachtet der Schwere des Unfalls und der Zahl der Opfer. Die Summe wurde 1997 vom Kongress festgesetzt, um die notleidende Bahnindustrie zu retten und ihre Risiken einzuschränken.

Bei dem schlimmsten Bahnunglück in den USA seit sechs Jahren wurden mehr als 200 Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. 43 liegen immer noch in Krankenhäusern. Alle Fahrgäste und das Personal im Zug sind inzwischen registriert worden, wie Philadelphias Bürgermeister Michael Nutter sagte.

Der Unfall passierte im am stärksten befahrenen Schienenkorridor der USA zwischen Washington und Boston. Amtrak stellte seinen Betrieb zwischen Philadelphia und New York ein. Tausende Passagiere mussten sich andere Reisemöglichkeiten suchen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin

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