Fehler beim Umgang mit Holocaust-Leugner eingeräumt
Papst will Internet mehr nutzen

Papst Benedikt XVI. hat in der Debatte über den Holocaust-Leugner Richard Williamson Pannen eingeräumt. Als Konsequenz hat der Heilige Stuhl angekündigt, künftig mehr Gebrauch von den Recherchemöglichkeiten des Internets zu machen.

HB ROM. Papst Benedikt XVI. räumt in einem persönlichen Brief zur umstrittenen Rücknahme der Exkommunikation von vier Piusbrüdern Fehler ein und kündigt Konsequenzen an. Nach Angaben des Vatikans vom Mittwoch wird das Schreiben an diesem Donnerstag veröffentlicht. Nach Berichten der katholischen Nachrichtenagentur kath.net und der italienischen Zeitung „Il Giornale“ vom Mittwoch bekräftigt Benedikt in dem Brief nachdrücklich seinen Willen zur Versöhnung, beklagt aber auch die „Feindseligkeit“, die ihm von Katholiken im Streit um die Pius-Bruderschaft und den Holocaust-Leugner entgegengeschlagen sei. Die Vorabveröffentlichung des Briefes in mehreren Medien basiere auf einer nichtautorisierten Fassung, erklärte der Vatikan.

Die Rücknahme der Exkommunikation der vier Bischöfe der erzkonservativen Priesterbruderschaft Pius X., darunter der Holocaust-Leugner Richard Williamson, hatte im Februar weltweit Empörung ausgelöst. Im Kreuzfeuer der Kritik stand vor allem die von Kardinal Dario Castrillón Hoyos geleitete Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“, die für die Bruderschaft zuständig ist. Dem Schreiben zufolge will Benedikt die Kommission künftig der Glaubenskongregation angliedern. Das könnte eine stärkere Kontrolle ihrer Arbeit bedeuten.

In dem von den Medien dokumentierten Schreiben des Papstes heißt es, eine erste „Panne“ des Heiligen Stuhls sei es gewesen, die Bedeutung des Internets unterschätzt zu haben. Man hätte die Ansichten Williamsons rechtzeitig erfahren können, ohne dass die Veröffentlichung in „unvorhergesehener“ Weise mit der Teilrehabilitierung zusammengefallen wäre. Der Vatikan müsse daher in Zukunft dem globalen Web mehr Aufmerksamkeit schenken. Zweitens habe man „nur ungenügend erläutert“, warum die Exkommunikation der vier Bischöfe zurückgenommen worden sei und was dies bedeute.

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