Ferieninsel mit Festland verbunden
Neue Brücke nach Rügen eröffnet

Eine funkelnagelneue, mehr als vier Kilometer lange Brücke verbindet jetzt die Ostseeinsel Rügen mit dem Festland. Die Autobrücke gilt als architektonische Meisterleistung. Was Umweltschützer nicht an Kritik hindert.

HB STRALSUND. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, durchschnitten symbolisch zwei Bänder. .„Das ist ein architektonisches Meisterwerk, das spannende Blicke vom Festland auf die Insel und umgekehrt erlaubt“, sagte Merkel vor rund 1 000 Ehrengästen auf der Brücke. Sie verbindet die Insel mit der Stadt Stralsund. Das insgesamt 4,1 Kilometer lange Bauwerk hat rund 125 Millionen Euro gekostet. Kernstück ist eine Schrägseilbrücke über den Strelasund mit einem 128 Meter hohen Pylon.

Die neue Querung hat direkten Anschluss an die Autobahn A 20 und soll Urlauber schneller auf die Ferieninsel bringen. Unter der Brücke zu Deutschlands größter Insel können Schiffe den Hafen Stralsund anlaufen, ohne dass der Autoverkehr unterbrochen werden muss. Der Verkehr soll von Montag an über die neue Trasse rollen. Die „Rügenbrücke“ ist laut der Planungsgesellschaft Deges das derzeit größte Brückenbauwerk in Deutschland.

Rügen hatte in den vergangenen Jahren in der Sommersaison häufig unter langen Staus gelitten, weil bisher nur eine vergleichsweise kleine Klappbrücke auf die Insel führte. Die neue Brücke ist ein Teil der Bundesstraße 96. Im weiteren Verlauf auf Rügen steht allerdings noch ein 20 Kilometer langes Teilstück zum Ausbau an. Der Eisenbahnverkehr läuft weiter über die alte Brücke.

Umweltverbände haben unmittelbar vor Eröffnung vor negativen Folgen durch das Bauwerk und die geplante Anschlussstraße gewarnt. Durch tausende zusätzliche Fahrzeuge pro Tag würden die Alleen der Ostseeinsel vom Landschaftserlebnis zum Albtraum, sagte die Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Corinna Cwielag, in Stralsund. Für die Weiterführung der neuen Anbindung auf Rügen müssten in den nächsten Jahren 200 Alleebäume gefällt werden. Insgesamt 170 Hektar der Insel würden durch die Straße versiegelt.

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