Ferienwohnungen vom Feinsten
Wo selbst ein Beatle entspannt

Monatelang herrschte reger Helikopter- und Schiffsverkehr rund um North Island. Schließlich hatte sich Star-Architekt Silvio Rech ein hohes Ziel gesetzt: „Ich wollte hier ein Robinson de Luxe Resort schaffen, das einfach und dennoch höchst komfortabel ist“, erklärt Rech, der bereits durch Projekte für Wilderness-Safaris in Südafrika Aufmerksamkeit erregt hatte.

Mehr als 200 Handwerker werkelten am Traum, aus der kleinen Insel zehn Helikopterminuten oder eine Bootsstunde von der Hauptinsel Mahé entfernt den neuesten In- Platz auf den Seychellen zu machen. Jetzt sind die ersten Gäste da – und sie werden nicht enttäuscht: Elf Villen sind entstanden auf einem Gelände, das größer ist als Monaco. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie kleine Hüttendörfer mit strohgedeckten Dächern.

Wer näher kommt, entdeckt Ferienvillen vom Feinsten: privater Pool und Jacuzzi mit Panoramablick, raffiniert versteckter High-Tech-Komfort und Design-Details wie Korallenketten als Duschvorhänge, handgeschnitzte Möbel, rustikale Baumstämme und Granitfelsen, die in den Wohnbereich integriert sind. Seit zwei Jahren lebt Rech auf der Insel, den Bau beaufsichtigte er selbst. Stilsicher und ökobewusst hat er einheimische Takamakabäume in die Häuser integriert, ebenso wie Granitgestein von der Insel, für größere Konstruktionen wurde nur Plantagenholz mit Zertifikat verwendet.

Auf North Island soll die Natur die Hauptrolle spielen – aber auf höchstem Niveau. Es gibt einen Umweltmanager, für die Zukunft sind „nature walks“ mit privaten Führern geplant. Dabei können Besucher endemische Pflanzen und Vögel auf der Insel ebenso kennen lernen wie Forschungsprojekte mit Land- und Wasserschildkröten. Vorbild für North Island war das Luxusresort auf der Privatinsel Frégate, das seit seiner Eröffnung vor über vier Jahren als Vorreiter der naturnahen Luxushotellerie auf den Seychellen gilt und in puncto Exklusivität, Standard und Preis bis heute an der Spitze steht.

Auf der ehemaligen Pirateninsel mit pudrig weißen Sandstränden, Palmenwedeln über türkisblauem Meer und archaisch anmutenden, Millionen Jahre alten Granitfelsen, erbaute ein deutscher Unternehmer ein 6-Sterne-Domizil mit 16 Luxusvillen in spektakulärer Lage. Die Gäste, darunter Prominente wie James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan oder Paul McCartney, fliegen im Helikopter ein, plantschen im Jacuzzi hoch über den Klippen, schlemmen Gänseleber oder Hummer und können je nach Laune zwischen sieben Inselstränden wählen.

„Diese Insel ist die Arche Noah des Archipels“, erklärt Steve Hill, dessen Visitenkarte ihn als Conservation & Ecology Manager und Inselhüter ausweist. Er entführt die Gäste von Frégate auf seinen Inselwanderungen in eine Welt, in der ihnen wild aufwachsende Riesenschildkröten vor die Füße laufen.

Auf der Suche nach Leckerbissen wälzen sie sich wie ein Vierrad-Jeep durch unwegsames Gelände, in dem sich fast ausgestorbene Vogelarten wieder vermehren können. „Vor einigen Jahren gab es nur noch 23 Exemplare des Magpie Robin – weltweit, und nur auf dieser Insel. Der Vogel stand kurz vor dem Aussterben. Jetzt ist der Fortbestand gerettet, weil wir viele endemische Pflanzen angepflanzt haben, die diese Drosselart zum Überleben braucht“, erklärt Steve in einem Wald von Drachenbäumen. Auf ein Exemplar der weltberühmten Coco- de-Mer-Palme, die sonst nur noch auf der Nachbarinsel Praslin wächst, ist Steve besonders stolz.

Unberührte Natur, seltene Pflanzen und Tiere – Seychellen-Urlauber sollen auf den Inseln mehr als nur Sonne, Sand und schöne Strände kennen lernen. Die sozialistische Regierung will ihr Tropenparadies mit 115 Granit- und Koralleninseln, von denen gerade mal 15 bewohnt sind, vor Schäden bewahren, sei es durch den Menschen oder Naturgewalten. Rund 50 Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz, auf 80 000 Einwohner kommen doppelt so viele Schildkröten – einmalig auf der Welt.

Erhalten werden können die Naturschätze nach Meinung der Regierung nur, wenn man auf Klasse statt Masse setzt. Statt Ballermann ist Ökotourismus de Luxe angesagt: „Wir wissen, dass wir kein Ziel für Massentourismus sind und wollen es auch nicht sein. Dafür bieten wir Exklusivität, menschenleere Strände, klares Wasser und eine intakte Natur. 2002 hatten wir rund 130 000 Besucher. Wesentlich mehr sollten es gar nicht werden“, sagt Roberto Viviani von der Seychellen Tourism Marketing Authority. Der Slogan „The Seychelles – as pure as it gets“ verweist auf Purismus in seiner schönsten Form.

Allerdings: Luxusurlaubern muss man auch Luxus bieten. Genau das macht auch das neue Banyan Tree Resort auf Mahé, neuestes Haus der Luxus-Hotelkette aus Singapur, das im letzten Jahr eröffnet wurde. Eine eigene Insel kann es seinen Besuchern zwar nicht bieten, dafür liegen 37 asiatisch gestylte Strand- und Felsenvillen mit eigenem Pool und Whirlpool in bester Lage an und über der Intendance Bay, einem der schönsten Strände der Seychellen- Hauptinsel.

Besonders stolz ist der österreichische Manager Maximilian Lenkh auf seinen Spa mit acht Behandlungssuiten, alle mit Meerblick, versteht sich. Für 350 Dollar etwa gibt es das dreistündige „Rain Mist Revival“ inklusive Orangen-Joghurt-Peeling, Regenschauer, Milchgüssen, Gewürzhonigpackung und Massage nach Wunsch.

Auf Gourmetgenüsse und Golf setzt das Lemuria Resort of Praslin. Zum Hotel mit 96 Suiten, acht Poolvillen und einer 1 250 Quadratmeter großen Präsidentenvilla gehört ein Meisterschaftsplatz mit 18 Löchern, der sowohl landschaftlich wie spielerisch Aufsehen erregt hat. „Der Platz ist äußerst anspruchsvoll, das haben auch Spitzengolfer bestätigt“, erzählt Paul, der schottische Pro.

Ebenso überraschend ist das Niveau der Küche, für die der französische Sternekoch Robert Lallemann verantwortlich ist. Seinen überzeugenden französisch-kreolischen Kreationen verdankt das Lemuria vermutlich auch seine Zugehörigkeit zur noblen Hotelvereinigung Relais & Châteaux, die noch mit dem bilderbuchmäßig schön gelegenen, aber in die Jahre gekommenen Château de Feuilles auf Praslin vertreten ist.

Neu im Reigen der Luxushotels ist auch das im November eröffnete Sainte Anne Resort. Die Privatinsel, einst Heimat der ersten Siedler auf den Seychellen, liegt vor Mahé mitten im Sainte Anne Marine National Park, einem großartigen Schnorchel- und Tauchrevier, und bietet abseits der 87 großzügig geschnittenen Bungalows mit Garten- und Meerblick viel unberührte Natur, die sich auf Bootsausflügen und mit Mountainbikes entdecken lässt.

Doch es geht auch ohne Luxus: Auf La Digue, der kleinsten, wohl schönsten und charmantesten Insel der Inner Islands mit nur 2 000 Einwohnern, ist Luxushotellerie ein Fremdwort geblieben. „Wir wollen den dörflichen Charakter unserer Insel erhalten“, sagt die Reiseführerin, eine schöne Kreolin. Wie ein Platzhirsch verteidigt die 4-Sterne-Lodge La Digue ihre Position als Nummer eins neben ein paar einfacheren Häusern. Dafür ist das Paradies nah: der weltberühmte „Bacardi-Strand“ Source d’Argent liegt gleich nebenan. Und wenn nicht gerade Foto- oder Filmcrews vor Ort sind, bestehen gute Chancen, sich hier wie Adam und Eva im Paradies zu fühlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%