Fernsehen Bellut kündigt Fortsetzung von „Wetten, dass ...?“ an

The Show must go on: Nach dem schweren Unfall bei „Wetten, dass ...?“ ist eine Diskussion über den zunehmend harten Quotenkampf im Fernsehen losgebrochen. Derweil hat ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut angekündigt, die Sendung weiterlaufen zu lassen.
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Samuel Koch bei seinem ersten, noch erfolgreichen Versuch in der ZDF-Sendung "Wetten, dass ...?", mit Sprungfedern über ein fahrendes Auto zu springen. Quelle: dpa

Samuel Koch bei seinem ersten, noch erfolgreichen Versuch in der ZDF-Sendung "Wetten, dass ...?", mit Sprungfedern über ein fahrendes Auto zu springen.

(Foto: dpa)

HB HANNOVER/FRANKFURT AM MAIN. Allerdings müsse der Sicherheitsstandard erhöht werden, sagte Bellut am Montag dem Runfunksender NDR 1 Niedersachsen. Das ZDF werde alles tun, damit ein solches Unglück nicht noch einmal vorkomme. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es bei solchen Sendungen aber nie geben, betonte Bellut.

Bellut wies Vorwürfe zurück, das ZDF habe eine riskante Wette wegen des Quotendrucks zugelassen. Zur gleichen Sendezeit lief im Sender RTL die quotenträchtige Show „Das Supertalent“. Bellut betonte, es gebe den Quotendruck nicht dergestalt, dass das ZDF erfolgreich um jeden Preis sein wolle. Das ZDF wolle „optimal unterhaltend“ sein, dahingehend verfolge jede einzelne Sendung ihre eigene Linie. „Ob jetzt ein oder zwei Millionen Zuschauer mal mehr oder weniger da sind, ist für uns kein entscheidendes Kriterium“, erklärte der Programmdirektor.

Der Unfall zieht vorerst keine staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nach sich. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft sagte am Montag, es gebe keine Anhaltspunkte für eine mögliche Straftat. Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden bei dem Unfall lägen bislang nicht vor. Sollte allerdings ein entsprechender Verdacht auftreten, werde die Staatsanwaltschaft tätig. Im Falle einer Anzeige wird die Ermittlungsbehörde nach Angaben des Sprechers ebenfalls ihre Arbeit aufnehmen. Dann werde geprüft, ob ein strafrechtliches Verhalten vorliege. Derzeit liege allerdings keine Anzeige vor, sagte der Sprecher.

Bellut, der vor dem Bildschirm saß, hatte die Sendung nach dem Unfall sofort abgebrochen und außerdem angekündigt, der Sender werde den Unfall „gründlich untersuchen und Lehren daraus ziehen“ Ein ZDF-Mitarbeiter beschrieb die Stimmung nach dem Unfall mit .„blankem Entsetzen.“ Ein geschockter Gottschalk sagte: „Ich bringe es nicht fertig, jetzt hier weiter zu moderieren.“ Bellut lobte Gottschalk, der „mit dieser schwierigen Situation sehr gut umgegangen“ sei. Das ZDF war mit 100 Mitarbeitern in Düsseldorf vor Ort.

Die Ereignisse lösten eine heftige Diskussion über den immer härteren Quotenkampf aus. Der frühere RTL-Chef Helmut Thoma kritisiert die Reizspirale im Fernsehen. „Es muss in Zukunft darauf geachtet werden, das Risiko bei solchen Unterhaltungssendungen zu begrenzen“, sagte Thoma am Sonntag dem Handelsblatt. „Die Risikobereitschaft der Kandidaten wächst. Es ist die Aufgabe der Redaktionen, dagegen vorzugehen.“

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