"Fest des Glaubens" - Weltjugendtags-Pilger warten auf Benedikt
Kontroverses Thema zeichnet sich ab

Mit einem großen Fahnenmeer auf den Straßen und mehreren Gottesdiensten hat am Dienstag der 20. Weltjugendtag als Fest des Glaubens begonnen. Mehr als 200 000 Pilger kamen zu den drei großen Gottesdiensten in Köln, Düsseldorf und Bonn. Das Treffen steht unter dem Motto „Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten“.

HB KÖLN/BONN/DÜSSELDORF. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner betonte in seiner Predigt die Bedeutung des katholischen Glaubens: „Zu Jesus Christus gibt es keine Alternative.“ Bundespräsident Horst Köhler rief 50 000 Gläubigen im Kölner Fußballstadion, die ihn mit Jubel und Gesängen unterbrachen, zu: „Wir sind glücklich euch hier zu haben.“ Der Weltjugendtag könne zur Völkerverständigung beitragen, sagte Köhler: „Nur gemeinsam können wir in unserer einen Welt Frieden schaffen und wahren, für Gerechtigkeit sorgen und unsere Umwelt schützen.“

Auch im Düsseldorfer Stadion versammelten sich 50 000 Pilger, im Bonner Hofgarten waren es 100 000. Viele der insgesamt 405 000 Pilger aus 197 Ländern fanden keinen Platz mehr bei den Großveranstaltungen und mussten die drei Eröffnungsgottesdienste an Großbildschirmen außerhalb der Stadien verfolgen. Jugendbischof Franz-Josef Bode sagte in Bonn, ein „Netzwerk des Heils und des Friedens“ sei wichtig. Die Zusammenkunft der Pilger aus aller Welt sei eine „Demonstration für den Glauben, für die Liebe und für Gott.“

„Gott packt uns in der letzten Tiefe unseres Lebens, wenn er uns ruft“, sagte Kardinal Karl Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in Düsseldorf. Zu diesem Ruf gehöre es auch, dass der Weg oft „zunächst in eine fremde und unbekannte Zukunft“ führe, so wie auch viele Weltjugendtags-Pilger einen Weg in die Fremde auf sich genommen hätten. Schon zuvor hatte Lehmann gesagt, der Weltjugendtag zeige die Bedeutung der katholischen Kirche als Weltkirche: „Wir dürfen uns nicht in die Nischen zurückziehen. Wir müssen ein umfassendes öffentliches Zeugnis abgeben.“

Die Eröffnungsgottesdienste gingen nahtlos in Musikfestivals über. Höhepunkt des sechstätigen Weltjugendtags ist die Visite von Papst Benedikt XVI. „Wir warten auf dich“, rief Meisner dem Papst bei der Eröffnungsmesse zu. Benedikt XVI. kommt am Donnerstag und feiert am Sonntag die Abschlussmesse vor 800 000 erwarteten Gläubigen. Auf dem Programm des Papstes stehen unter anderem ein Besuch in der Synagoge der Kölner jüdischen Gemeinde und Gespräche mit Protestanten und Muslimen.

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