Festnahmen erwartet
Automaten-Sprengungen gehen weiter

Sie kommen in der Nacht, leiten Gas in Geldautomaten und zerstören durch die Explosion oft den Schalterraum der Bank. Seit Monaten, bundesweit. Spuren hinterließen die Täter nicht – zumindest bislang.

DüsseldorfAuch nach den jüngsten Festnahmen geht die bundesweite Serie von Geldautomaten-Sprengungen weiter. In der Nacht zum Donnerstag jagten Unbekannten im westfälischen Herford den Automaten einer Sparkasse in die Luft, danach machten sie sich aus dem Staub. Ob mit oder ohne Beute, konnte die Polizei am Donnerstag noch nicht sagen. Nicht alle „Panzerknacker“ kommen nach ihren Taten so glimpflich davon: Am Mittwoch wurden drei Männer unmittelbar vor einer Sprengung in Dorsten festgenommen. Sie sollen für 13 Fälle am Niederrhein verantwortlich sein. Am Donnerstag erließ ein Richter Haftbefehl. Den Männern wird schwerer bandenmäßiger Diebstahl vorgeworfen.

In den vergangenen Monaten explodierten allein in NRW mehr als 60 Geldautomaten. Für einen Teil der Taten kommen nach Einschätzung der Ermittler mindestens zwei reisende Tätergruppen aus den Niederlanden in Betracht. Nach Angaben der „Welt“ flogen in diesem Jahr bundesweit bereits mehr als 134 Geldautomaten in die Luft, vor allem in NRW, Berlin und Niedersachsen. Im Vorjahr waren es laut Bundeskriminalamt (BKA) 116 Fälle.

Nach dem jüngsten Fahndungserfolg in Dorsten scheint die Polizei aber auch weiteren Tätern dicht auf den Fersen zu sein: „Wir haben an Tatmitteln DNA sichern und zuordnen können und sind guter Dinge, dass es weitere Festnahmen gibt“, sagte der Direktor des Landeskriminalamts (LKA), Uwe Jacob, der Deutschen Presse-Agentur dpa bereits vor den Festnahmen vom Mittwoch. „Derzeit laufen verschiedene Rechtshilfeersuchen mit den Niederlanden. Ich denke, da werden bald weitere Erfolge offensichtlich werden.“

Hinter den Geldautomaten-Explosionen steckten sehr unterschiedliche Täter, sagte Jacob. So gebe es den „Dilettanten, der es nicht schafft, eine einzige Tat zu vollenden.“ Die in Dorsten festgenommenen Verdächtigen sollen mehr als ein Dutzend Geldautomaten in die Luft gesprengt haben – und sie blieben jedes Mal ohne Beute. Es gebe aber auch die hoch professionelle Tätergruppe aus den Niederlanden, sagte Jacob.

Seite 1:

Automaten-Sprengungen gehen weiter

Seite 2:

Spektakuläre Verfolgungsjagd

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%