Feuer an Bord: Experten auf dem Weg zum Costa-Kreuzfahrtschiff

Feuer an Bord
Experten auf dem Weg zum Costa-Kreuzfahrtschiff

Nach einem Brand im Maschinenraum treibt die „Costa Allegra“ ohne Strom im Indischen Ozean. Nun ist eine Expertengruppe aus Italien auf dem Weg zu dem Schiff.
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Rom/GenuaNach dem Brand auf dem Kreuzfahrtschiff „Costa Allegra“ vor den Seychellen ist eine Expertengruppe aus Italien auf dem Weg zu dem Schiff. Insgesamt 14 Experten, darunter Techniker, seien von Genua aus per Flugzeug zu dem Luxusliner im Indischen Ozean unterwegs, teilte der Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere am Montag mit. Das Schiff treibt mit mehr als tausend Menschen an Bord ohne Strom in den Gewässern vor den Seychellen.

Die Passagiere seien wohlauf und hätten sich an den äußeren Sammelstellen des Schiffes eingefunden, hieß es. An Bord befinden sich demnach neben 413 Crewmitgliedern 636 Passagiere aus 25 Ländern, die meisten davon aus Italien, Frankreich und Österreich. Auch 38 Deutsche sind demnach auf dem Kreuzfahrtschiff. Giorgio Moretti von der Leitung des Kreuzfahrtanbieters teilte mit, die Notbatterien seien ausreichend für die Beleuchtung an Bord, aber nicht für die Klimaanlagen, den Betrieb der Schiffsküchen oder die Schiffsschrauben.

Nach Morettis Angaben sind „angesichts der Gewässer, in denen sich das Schiff befindet“, zudem neun italienische Militärangehörige im Auftrag der Anti-Piraten-Mission an Bord. Im Indischen Ozean greifen Piraten immer wieder Schiffe an und entführen die Besatzung. Mehrere Schiffe wurden in der Nacht an dem Schiff erwartet, ihre Rolle besteht den Angaben zufolge aber nur darin, das Schiff zu bewachen bis die Expertengruppe eingetroffen ist. Am Dienstagmorgen sollte zudem ein Hubschrauber mit frischen

Lebensmitteln und Kommunikationsmitteln das Schiff erreichen.

Die Behörden der Seychellen waren in Kontakt mit dem Schiff und schickten nach Angaben ihrer Verteidigungskräfte Hilfe. Ein Regierungsbeamter sagte, auch ein Flugzeug überfliege das Gebiet.

Die „Costa Allegra“ war auf dem Weg von Madagaskar zu den Seychellen, als am Montagmorgen im Maschinenraum ein Brand ausbrach. Das Schiff habe sich zu dem Zeitpunkt in der Nähe des Alphonse-Atolls befunden, rund 200 Seemeilen von den Seychellen entfernt. Das Feuer konnte gelöscht werden, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. In Folge des Brandes war der Strom ausgefallen. Weitere geplante Stationen des Schiffs waren Oman, das Rote Meer und der ägyptische Hafen Alexandria.

Der Zwischenfall auf der „Costa Allegra“ ereignete sich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für die Betreibergesellschaft Costa Crociere, der Tochterfirma des US-Unternehmens Carnival. Erst am 13. Januar war die „Costa Concordia“ vor der toskanischen Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert. Bei dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben. Derzeit sind in verschiedenen Ländern zahlreiche Klagen anhängig. Allein in den USA fordern 39 Passagiere Schadensersatzsummen im dreistelligen Millionenbereich.

Der Vorfall hatte sich am Montag unmittelbar auf den Aktienkurs des betroffenen US-Reedereikonzerns Carnival ausgewirkt. Dieser war im frühen Handel an der Wall Street um annähernd zwei Prozent auf 29,50 Dollar gefallen. Damit verpufften binnen weniger Minuten rund 400 Millionen Dollar (300 Millionen Euro) an Börsenwert

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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