Feuer im S-Bahn-Tunnel
Katastrophenalarm in Berlin

Katastrophenalarm in der Hauptstadt: Am frühen Dienstagmorgen schreckt das Gellen der Martinshörner die Berliner aus dem Schlaf. Mehr als 60 Löschwagen und Polizeiautos rasen quer durch die Innenstadt zur S-Bahnstation Anhalter Bahnhof nahe des Potsdamer Platzes.

HB BERLIN. Dort quellen dicke, dunkle Rauchschwaden aus den Eingängen des unterirdischen Bahnhofs, es stinkt nach verbranntem Gummi. Eine S-Bahn ist mit einem brennenden Waggon in den Tunnel gefahren, wird die Feuerwehr später zu Protokoll geben. Dutzende Fahrgäste sind nur knapp einem großen Brandunglück entkommen. Die Bilanz des Tages: drei leicht verletzte Passagiere, ein verkohlter S-Bahnwagen, ein ramponierter Bahnhof - und ein Riesenschreck.

Kurz nach dem Großalarm um 7.11 Uhr steigen die ersten Feuerwehrmänner mit schwerem Rauchschutz in den Bahnhof hinab. Es ist ein Einsatz unter extremen Bedingungen, im schwarzen Qualm können die Männer kaum die Hand vor Augen sehen. Sie wissen nicht, was sie dort unten erwartet. Die Bilder von schweren Tunnelbränden mit vielen Toten gehen manchen Rettern durch den Kopf. Erst zwei Stunden später wird sich die Anspannung langsam lösen. Das Feuer ist gelöscht, es gibt keine Schwerverletzten, keine Toten. Nur drei Fahrgäste kommen mit leichten Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus.

Der Anblick im Bahnhof lässt kaum glauben, dass alles so glimpflich ausgegangen ist. Vom S-Bahn-Waggon ist nur noch ein verkohltes Stahlskelett geblieben. Die Bahnhofsschilder sind Ruß geschwärzt. Die Hitze der Flammen hat Wände und Boden versengt. „Das alles hätte viel schlimmer ausgehen können“, sagt Berlins Vize-Branddirektor Wilfried Gräfling. „Es hätte auch Tote geben können.“

Das größte Lob an diesem Tag fällt den beiden S-Bahn-Fahrern zu, die ihre Fahrgäste in Sicherheit brachten. Der Fahrer des brennenden Zuges fuhr nach einem Notsignal der Passagiere schnell in den Bahnhof ein und ermöglichste den Fahrgästen eine schnelle Flucht durch die Treppenhäuser ins Freie. Ein zweiter S-Bahn-Fahrer im Tunnel brachte rund 30 Fahrgäste durch einen Notausstieg in Sicherheit. Die Feuerwehr, Bahnchef Hartmut Mehdorn und die Gewerkschaft Transnet loben später die Fahrer, die „optimal“ handelten.

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