Feuer in Deutschland
Hunderte Tote durch Brände und Hitze

Bei Waldbränden und durch die Hitzewelle sind in Europa bereits mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen. Fünf Menschen starben nahe Barcelona bei der Flucht vor dem Feuer an Rauchvergiftung. Französische Gesundheitsbehörden gingen von mehreren hundert Hitzetoten aus.

HB/dpa HAMBURG. In Deutschland hat die Feuerwehr einiges zu tun: In Südbrandenburg dehnte sich ein Feuer auf bis zu 100 Hektar Wald und Ödland aus, im Harz brannten Bäume wie Zunder. Meteorologen erwarten ab Mittwoch von Norddeutschland her allmählich sinkende Temperaturen, aber keine großen Regenmengen.

In Spanien starben vier Erwachsene und ein Kind bei der panischen Flucht aus einem Haus in Sant Llorenç Savall bei Barcelona. 1300 Hektar Wald verbrannten. 500 Menschen mussten aus ihren Wohnungen in Sicherheit gebracht werden. In der Algarve in Südportugal fraßen sich die Flammen auf drei Fronten voran. „Das Feuer ist außer Kontrolle“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

In Italien, wo viele Waldbrände nach Meinung von Experten das Werk einer „Ökomafia“ sind, wurden mehrere mutmaßliche Brandstifter gefasst. Sie wollten nach Zeitungsberichten durch die Feuer neues Bauland erhalten oder an der Wiederaufforstung verdienen. Die Feuer an der berühmten Amalfi-Küste bei Neapel waren am Abend weitgehend unter Kontrolle.

Im südlichen Teil der französischen Mittelmeerinsel Korsika breiteten sich zwei Brände weiter aus. In Frankreich kostete die Hitzewelle bereits hunderte Menschen das Leben. Die nationale Gesundheitsdirektion DGS rechnete „über den Daumen gepeilt leider mit Hunderten von Hitzetoten“. Amtliche Zahlen gibt es nicht.

In Deutschland werden die knochentrockenen Wälder aus der Luft kontrolliert. Nach einem Monat Hitze breiteten sich die Flammen schnell aus. Im südbrandenburgischen Kreis Teltow-Fläming brach binnen weniger Tage das dritte große Feuer aus. Mehr als 80 Feuerwehrleute und drei Löschflugzeuge waren auf dem ehemaligen Miltitärgelände im Einsatz. Im Harz verbrannten rund sieben Hektar Kiefern-Mischwald in der Nähe der Ortschaft Juliushütte im Kreis Goslar. Etwa 200 Feuerwehrleute und 150 Bundeswehrsoldaten konnten den Waldbrand an einem Berghang bis zum Abend unter Kontrolle bringen.

In Deutschland wurde am Montag der 29. Tag in Folge mit Temperaturen von mehr als 25 Grad gemessen, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die Ozonwerte schnellten wieder in die Höhe - in München auf 227, auf dem Eschberg in Saarbrücken auf 246 und in Mannheim auf 261 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft. Die kritische Marke liegt bei 180 Mikrogramm. Verbraucher wurden gewarnt, Fisch, Fleisch, Käse oder Wurst wegen erhöhter Bakterien-Gefahr nicht lange aufzubewahren.

Für Dienstag erwartet der Bochumer Wetterdienst Meteomedia bei schwachem Wind noch einmal Temperaturen zwischen 28 und 39 Grad, am Mittwoch steigen die Temperaturen im Norden auf 24 und im Süden auf 37 Grad. Am Donnerstag werden im Norden 21 bis 29 Grad, in den anderen Teilen Deutschlands 29 bis 35 Grad erwartet. Nach der langen Trockenheit rechnen die Meteorologen auch wieder mit vereinzeltem Regen und starken kurzen Gewittern. Schon am Donnerstag und Freitag soll es wieder weitgehend trocken bleiben.

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