Feuerkatastrophe: Keine Hinweise auf Brandstiftung in Backnang

Feuerkatastrophe
Keine Hinweise auf Brandstiftung in Backnang

Bei der Feuerkatastrophe von Backnang, bei der acht Menschen ums Leben kamen, scheint es sich um einen Versehen zu handeln. Die Ermittler verkündeten, es gäbe keine Hinweise auf Brandstiftung oder technische Defekte.
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StuttgartDen Wohnungsbrand mit acht Todesopfern in Backnang haben vermutlich die Mieter der Wohnung versehentlich selbst gelegt. Sämtliche Befunde der Brandermittler deuteten darauf hin, dass es entweder durch den fahrlässigen Umgang mit offenem Feuer oder mit einem glimmenden Gegenstand in der Wohnung zu dem Brand gekommen sei, bei dem eine 40-Jährige und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen waren, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Stuttgart mit.

Hinweise, dass jemand den Brand absichtlich gelegt haben könnte, hätten die Ermittler keine gefunden. „Unter Berücksichtigung aller Ergebnisse der Brandortuntersuchung muss von einer versehentlichen Brandverursachung im Bereich der Schlafcouch im Eckbereich des Gästezimmers ausgegangen werden“, erklärte die Behörde. „Alle Befunde sprechen für eine fahrlässige Brandverursachung durch den Umgang mit offenem Feuer oder mit einem glimmenden Gegenstand in der Wohnung.“

Ebenso gebe es keine Anhaltspunkte für einen technischen Defekt als Brandursache, teilten die Ermittler weiter mit. Unmittelbar nach dem Feuer hatte es Spekulationen um einen kaputten Ofen, Stromleitungen oder Elektrogeräte als mögliche Ursache gegeben. Das Feuer habe sich aber an einer Stelle in der Mietwohnung entflammt, an der sich „weder eine elektrische Festinstallation noch sonstige elektrische Geräte“ befunden hätten. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler damit als Auslöser für die Katastrophe ebenfalls aus.

Das Feuer war am 10. März in den frühen Morgenstunden ausgebrochen. Die aus der Türkei stammende Mutter und sieben ihrer Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 16 Jahren waren bei dem Brand ums Leben gekommen. Ein elfjähriger Sohn, dessen Onkel sowie die Großmutter der Familie konnten gerettet werden. Sie hatten sich keine schwerwiegenden Brandverletzungen zugezogen.

Unmittelbar nach der Feuerkatastrophe hatte die türkische Regierung von den Brandermittlern in Deutschland besondere Sorgfalt eingefordert und sie angesichts früherer rechtsextremistischer Anschläge in der Bundesrepublik dazu aufgerufen, auch einen möglichen politischen Hintergrund des Unglücks zu prüfen. Anhaltspunkte für einen Brandanschlag hatten die Ermittler in Backnang aber bis zuletzt keine gefunden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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