Filmkritik „Die Mannschaft“
Dauerwerbesendung für Sponsoren der Weltmeister

Der WM-Film über unsere Weltmeister hat in Berlin seine Premiere gefeiert. Schon am Donnerstag startet er bundesweit in den Kinos. Um dafür Geld auszugeben, sollte man allerdings echter Fernseh-Fußball-Fan sein.
  • 2

BerlinDas Spannende an Fußballspielen ist, dass vorher niemand weiß, wie sie ausgehen. Wie die Fußballweltmeisterschaft im Sommer ausgegangen ist, weiß, zumal in Deutschland, noch so gut wie jeder. Der Kinofilm "Die Mannschaft", der am Montagabend in Berlin am Potsdamer Platz große Premiere hatte, erzählt es dennoch noch einmal nach.

Um ihn sich ab Donnerstag im Kino anschauen zu wollen, muss man schon ein sehr begeisterter Fußball-Fan sein. Denn: Die relativ größte Sensation des vom dreiköpfigen Regieteam Martin Christ, Jens Gronheid und Ulrich Voigt verantworteten Films war schon vorab zu Werbezwecken in Trailern gezeigt worden.

Stürmer Thomas Müller hat einer verlorenen Wette wegen einmal die Kollegen beim Mittagessen im rosafarbenen Dirndl bedient. Mit ein paar solch kleiner Geschichten kann „Die Mannschaft“ noch aufwarten: Der Freistoßtrick mit dem scheinbaren Stolperer war tatsächlich ein einstudierter Trick gewesen. Das beweisen Aufnahmen aus dem Training. Hauptakteur war auch hier Müller am Ende des Spiels gegen Algerien.

In den mannschaftsinternen Aufstellungs-Skizzen tauchen auch "Matze" und "Musti" auf - Spitznamen, die noch nicht so omnipräsent sind wie die seit 2006 populären "Basti" Schweinsteiger und "Poldi" Podolski. Und Nationalmannschaftsdebütant Christoph Kramer hat einmal vor allen Kollegen unterm brasilianischen Sternenhimmel durchaus gefühlvoll "When you say nothing at all" gesungen. Das ist ein Song von Ronan Keating, der ihm nicht ganz unähnlich sieht.

Der Refrain lautet: „You say it best/ when you say nothing at all“ („Du sagst es am besten, wenn du schweigst“). Dennoch sagen Jogi Löw und seine Nationalspieler für den „Mannschaft“-Film natürlich auch wieder eine Menge von dem, was sie so ähnlich auch schon während der WM in viele Kameras gesagt hatten.

Falls etwa jemand bezweifelt haben sollte, dass schon im Trainingslager vor der WM „unglaublich positive Stimmung“ geherrscht hatte? Dem war nicht so. Oder gibt es noch immer Deutsche, die denken, dass Philipp Lahm nicht auf jeder Position gespielt hätte, auf die der Trainer ihn aufgestellt hätte? Dem war auch nicht so. 

Seite 1:

Dauerwerbesendung für Sponsoren der Weltmeister

Seite 2:

Flott montierte Szenen

Seite 3:

Noch mal in Sommergefühle eintauchen

Kommentare zu " Filmkritik „Die Mannschaft“: Dauerwerbesendung für Sponsoren der Weltmeister"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die WM hatte was und das war auch ok. Trotzdem fahre ich keinen Koreawagen und saufe diese Zuckerbrühe Namens CocaCola immer noch nicht. Die anderen Sponsoren kenne ich gar nicht; vllt. noch McDoof? naja, bäh.^^; Werbeeffekt also gleich: Null.

    Ich finde die Jungs haben einfach auch viel Glück gehabt mit ihrem Sieg; aber bitte...die kriegen einen Haufen Kohle dafür. In den nächsten Jahren interessiert mich der Hype Fußball so überhaupt nicht.

    Und wer mit wem wie wo was ... Reissack in China umgefallen?

  • Toll! Was essen die zum Mittag? Was singen die auf dem Klo? Waren Melanie Müller und Micaele Schäfer auch dabei?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%