Finanzamt
Steuerfahnder bei Alice Schwarzer

Alice Schwarzer soll nach Informationen des Spiegels mehr Steuern hinterzogen haben als bisher angenommen. Steuerfahnder gingen Hinweisen des Finanzamts Gummersbach nach. Schwarzer drohen strafrechtliche Konsequenzen.
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Eigentlich war die Sache schon gegessen. Nach der Steueraffäre um Uli Hoeneß wurde bekannt, dass auch Alice Schwarzer seit den 80er-Jahren Zinseinnahmen auf einem geheimen Schweizer Konto vor dem Fiskus versteckte.

Die Frauenrechtlerin kam allerdings glimpflicher davon als der Fußball-Patriarch. Sie erstattete eine Selbstanzeige und bezahlte 200.000 Euro Steuern nach – plus Säumniszinsen. So kam Schwarzer einer Strafverfolgung zuvor – doch das könnte sich jetzt ändern.

Laut Informationen des "Spiegel" soll Alice Schwarzer bei ihrer Selbstanzeige nicht alle unversteuerten Einnahmen offengelegt haben. Das Magazin spricht von Durchsuchungen der Steuerfahndung in diversen Objekten der „Emma“-Herausgeberin. Das Finanzamt Gummersbach soll den Ermittlern die entscheidenden Hinweise gegeben haben. Die Summe ist den Informationen zufolge sechsstellig.

Bisher handelt es sich nur um einen Verdacht. Bestätigen sich allerdings die Vorwürfe, dürfte die Selbstanzeige hinfällig sein. Dann könnte Schwarzer einer strafrechtlichen Verfolgung nicht mehr aus dem Weg gehen.

Der Anwalt der Frauenrechtlerin wollte sich auf Anfrage des Spiegels nicht zu den neuen Vorwürfen äußern. Er teilte lediglich mit, dass wegen der Verletzung der Privatsphäre und des Steuergeheimnis Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet worden ist. Die Vorwürfe dementiert, hat er nicht.

Die streitbare Feministin hatte nach ihrer Selbstanzeige im März auf ihrer Website den „Fehler“ gestanden ein und erklärt, die Steuern bereits nachgezahlt zu haben. Darin enthalten sei auch ein Sicherheitspuffer gewesen. Diesen zahlen viele Sünder, damit die Selbstanzeige nicht wegen leicht möglicher falscher Berechnungen unwirksam wird. Ob die neue Summe der darüber hinaus nicht gezahlten Steuern in die Kategorie „leicht falsche Berechnung“ fallen, wird sich noch zeigen müssen.

Seite 1:

Steuerfahnder bei Alice Schwarzer

Seite 2:

Schwarzer ist empört über die Berichterstattung

Kommentare zu " Finanzamt: Steuerfahnder bei Alice Schwarzer"

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  • Leider hat das Gericht in der Causa Hoeness die Messlatte verdammt niedrig gelegt. Die Schwarzer im Knast, das wäre es.
    Sie würde aber niemals so wie Hoeness das Urteil akzeptieren und ins Gefängnis gehen, sie würde Revision einlegen. Man kann nur hoffen, dass sie von einer Richterin verurteilt wird, sonst leiert sie uns die nächsten Jahre wieder mit ihrer vermeintlichen Opferrolle die Ohren ab.

  • Leider hat das Gericht in der Causa Hoeness die Messlatte verdammt niedrig gelegt. Die Schwarzer im Knast, das wäre es.
    Sie würde aber niemals so wie Hoeness das Urteil akzeptieren und ins Gefängnis gehen, sie würde Revision einlegen. Man kann nur hoffen, dass sie von einer Richterin verurteilt wird, sonst leiert sie uns die nächsten Jahre wieder mit ihrer vermeintlichen Opferrolle die Ohren ab.

  • Sie hat für die Rechte der Frauen gekämpft, stimmt.
    Aber das Recht auf Steuerhinterziehung gibts nicht.
    Hoeneß hat für seinen Verein gekämpft, ein Recht auf Steuerhinterziehung gibt es auch hier nicht.
    Robin Hoods sind das alle nicht :)
    Dem Drogenhändler hilft es im übrigen auch nicht, auch er muß für seine Erlöse aus kriminellen Machenschaften Steuern zahlen.

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