Finnische Hundestaffel wieder auf Bärensuche
„Bruno“ läuft Hobby-Fotograf über den Weg

Auf der Jagd nach dem streunenden Braunbären Bruno sucht die finnische Hundestaffel nach neuen Spuren in Tirol.

HB MÜNCHEN. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den WWF berichtete, lag der Einsatzort am Mittwochmorgen oberhalb von Hall, wo am Abend zuvor ein totes Schaf gefunden worden sei. Dieses Tier sei jedoch schon seit mehreren Tage tot gewesen, hieß es von offizieller Seite. Die Todesursache lasse sich deswegen nicht mehr nachzuvollziehen. Der gesuchte Bär habe mit diesem Fall nichts zu tun. Die Elchhunde sollten nun auf eine mögliche neue Bärenspur angesetzt werden. Die Bärenfänger seien in einem „Zick-Zack-Kurs“ unterwegs, damit den fünf Hunden keine mögliche Fährte entgehe. Begleitet wird das Team von einem Wiener Narkoseexperten, der „Bruno“ mit einem Spezialgewehr betäuben soll.

Neue Schäden durch das Tier seien nicht gemeldet worden, sagte der Sprecher des bayerischen Umweltministeriums, Roland Eichhorn. Es gebe aber auch keinen aktuellen Hinweis, wo sich der seit Wochen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol streunende Braunbär aufhalte. Die Spur des jungen Bären im Tiroler Karwendelgebirge war am Dienstag wegen der sommerlichen Temperaturen förmlich „verdunstet“.

Unterdessen machte der Coburger Hobby-Fotograf Hans-Ulrich Brehm eine neue Aufnahme von JJ1, wie der Bär im Südtiroler Naturpark Adamello Brenta genannt wurde - nach seinen dort lebenden Eltern Jurka und José. Der 53-jährige Urlauber erklärte der „Süddeutschen Zeitung“, er habe den Bären gegen 20.30 Uhr auf dem Ahornboden im österreichischen Engtal plötzlich in maximal 200 Meter Entfernung über eine Almwiese stapfen sehen. „Ich war sehr aufgeregt“, erzählte Brehm. Er habe zunächst seinen Hund festgehalten: „Ich hatte Angst, dass der Hund auf den Bären zuläuft und es zu einem Kampf kommt.“

Als sich der Bär aber weggedreht habe, packte der Tourist, der für Landschaftsfotos ins Karwendelgebirge gereist war, seine Kamera und fotografierte den Bären: „Ich hatte leider nur ein Weitwinkelobjektiv dabei“, ärgerte er sich.

Die alarmierten finnischen Bärenjäger suchten am folgenden Tag trotz frischer Spuren vergeblich: Wegen der Hitze mussten sie am Dienstagnachmittag die Suche abbrechen. Wegen des steilen und schwierigen Geländes sei eine längere Verfolgung von „Bruno“ nicht möglich gewesen, sagte der Sprecher.

Bisher hat der aus dem italienischen Trentino stammende „JJ1“, wie der Bär offiziell heißt, in Tirol und Bayern fast zwei Dutzend Schafe und einige Hasen gerissen. „Bruno“ gilt wegen seiner unnatürlich geringen Scheu vor Menschen und Anwesen als Problembär.

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