Fipronil-Eier
Foodwatch fordert härtere Strafen

In einem Aktionsplan fordert Foodwatch, dass Hersteller angesichts des Fipronil-Skandals ihre eigenen Produkte umfangreich auf Gesundheitsrisiken testen müssen. Bei Verstößen müssten abschreckende Strafzahlungen drohen.
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Den Haag/BerlinAuch wenn der Fipronil-Skandal noch nicht vollständig aufgeklärt ist, kaufen die Niederländer nach Angaben des Handels wieder Eier wie vor dem Lebensmittel-Skandal. Die Regale in den Supermärkten seien aufgefüllt worden und der Eierverkauf laufe normal, erklärte der Direktor des niederländischen Verbandes der Lebensmittelhändler (CBL), René Roorda, am Montag.

Der Verein „foodwatch“ fordert als Konsequenz aus dem Lebensmittel-Skandal schärfere Gesetze und höhere Strafen für Unternehmen. Hersteller müssten verpflichtet werden, ihre eigenen Produkte umfangreich auf mögliche Gesundheitsrisiken zu testen, verlangt der Verein in einem Aktionsplan, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Verstießen Unternehmen gegen Vorschriften, müssten schadensunabhängige und abschreckend hohe Strafzahlungen drohen. Im Fall von Straftaten müssten die Unternehmen selbst, nicht allein die handelnden Personen zur Verantwortung gezogen werden.

Nach Angaben der niederländischen Lebensmittelhändler beläuft sich der Schaden für den Einzelhandel durch den zeitweiligen Verkaufstopp für Eier wegen der Gefahr einer Belastung durch das Insektizid Fipronil auf etliche Millionen Euro. „Wir mussten in 4000 Supermärkten die Regale leerräumen“, sagte Roorda der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Der Handel strebe nun Entschädigungen für die Verluste durch die Geflügelwirtschaft an.

Zwei mutmaßliche niederländische Schlüsselfiguren des Skandals um die verbotene Verwendung von Fipronil bei der Reinigung von Hühnerställen sitzen seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Über eine Verlängerung oder ihre Freilassung soll am Dienstag ein Haftrichter entscheiden. Die beiden Chefs des Unternehmens Chickfriend aus der Nähe von Utrecht wurden wegen des Verdachts der Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und des Besitzes verbotener Stoffe festgenommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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