Fläche von 2 000 Quadratmetern eingestürzt: Halleneinsturz in Moskau fordert mindestens 56 Opfer

Fläche von 2 000 Quadratmetern eingestürzt
Halleneinsturz in Moskau fordert mindestens 56 Opfer

Beim Einsturz einer großen Moskauer Markthalle unter tonnenschwerer Schneelast sind am Donnerstag mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte suchten mit Spürhunden in den Trümmern nach Überlebenden, die sich mit Klopfzeichen oder Rufen bemerkbar gemacht hatten.

HB MOSKAU. Bis zum Abend (Ortszeit) wurden 56 Tote und 31 Verletzte aus den Trümmern geborgen, teilte der Zivilschutz mit. Flammen und starker Rauch erschwerten die Arbeiten. Als das Dach aus Stahlbeton am frühen Morgen einstürzte, hatten sich nach Schätzungen zwischen 100 und 150 Menschen in dem 1977 errichteten Gebäude aufgehalten. Einige von ihnen blieben unversehrt.

Fast 15 Stunden nach Einsturz des Gebäudes kündigte der für Moskau zuständige Zivilschutz-Beauftragte Juri Sedelnikow am Abend ein baldiges Ende der Rettungsarbeiten an. So gut wie alle Stellen in den Trümmern seien durchsucht worden. Im verschütteten Keller der Markthalle seien bislang keine Menschen entdeckt worden, hieß es später. Eine Sprecherin der Zivilschutzbehörde hatte aber betont, man suche noch weiter nach Toten und Verletzten. In einer Nebenstraße wurden Angehörige zur Identifizierung durch die Reihen der aufgebahrten Toten geführt.

Den ganzen Tag über verfolgten schockierte Überlebende die Bergungsarbeiten in der Bauman-Straße. „Meine drei Schwestern sind in der Halle umgekommen“, sagte der Markthändler Oktaj Salmanow der dpa. „Ich selbst war nur zu einer kurzen Verschnaufpause nach draußen gegangen.“ Auch der 22-jährige Aserbaidschaner war kurzfristig verschüttet gewesen und hatte das Bewusstsein verloren. Als er Minuten später wieder zu sich kam, sah er nur noch die Trümmer der großen Halle vor sich, die von dem 2000 Quadratmeter großen Dach eingedrückt worden war. Die Einsatzkräfte seien erst mit Verspätung eingetroffen, beklagte Salmanow.

Präsident Wladimir Putin forderte eine „penible Untersuchung“ der Ursachen für den schweren Unfall. Die Tragödie ereignete sich gegen 5.00 Uhr Ortszeit (3.00 MEZ), als sich fast ausschließlich Angestellte des Marktes im Gebäude aufhielten.

Ein starkes Polizeiaufgebot riegelte den Unfallort weiträumig ab. Zahlreiche Angehörige der Vermissten mussten mit Gewalt daran gehindert werden, auf das Gelände zu stürmen. Notärzte übernahmen die Erstversorgung der Geretteten, die mit Knochenbrüchen und anderen schweren Verletzungen in Kliniken gebracht wurden.

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