Flammeninferno im Chemiewerk
Ursachenforschung nach dem großen Schaumangriff

Es war der größte Brandeinsatz für die Kölner Feuerwehr seit dem Zweiten Weltkrieg: Neun Stunden brauchten 1200 Einsatzkräfte, um das Großfeuer in einem Chemiewerk bei Köln am Dienstagmorgen zu löschen. Über die Ursachen des Störfalls rätseln die Experten noch.

HB KÖLN. Es war der größte Brandeinsatz für die Kölner Feuerwehr seit dem Zweiten Weltkrieg: Neun Stunden brauchten 1200 Einsatzkräfte, um das Großfeuer in einem Chemiewerk in Köln am Dienstagmorgen zu löschen. Zeitweise wurden jede Minute 55 000 Liter Wasser verbraucht. Bei dem Brand war eine giftige Rauchwolke entstanden, die nach Angaben der Feuerwehr glücklicherweise in mehreren hundert Metern Höhe über das Stadtgebiet von Köln zog. Einen Tag nach dem Inferno suchten Experten am Dienstag nach den Ursachen des Störfalls.

An drei Stellen in der Umgebung der Ineos-Fabrik im Norden Kölns wurden die Grenzwerte für Acrylnitril nach Unternehmensangaben am frühen Dienstagmorgen leicht überschritten. Die Anwohner wurden daraufhin aufgefordert, Fenster und Türen weiter geschlossen zu halten. Verletzt wurde aber niemand.

Der Brand war am Montag von einer 15 Meter hohen Stichflamme in einer undichten Ethylen-Gasleitung ausgelöst worden. Wie es dazu kommen konnte, ist noch unklar. Die Flamme griff auf einen Tank mit hochgiftigem Acrylnitril über, den die Feuerwehr erst in der Nacht zum Dienstag mit einem Schaumteppich abdecken konnte.

„Wie die Feuerwehr bestätigt hat, bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Patrick Giefers, am Dienstag auf einer Pressekonferenz. „Wir bedauern diese Unannehmlichkeiten und verstehen sehr gut die Angst, die die Bevölkerung hat.“

Auf die Frage, ob Köln nur knapp einer Katastrophe entgangen sei, wollten Ineos und die Berufsfeuerwehr nicht eingehen. „Das wäre reine Spekulation“, sagte Giefers. Hans Hagen von der Werksfeuerwehr sagte, auch bei einer sehr ungünstigen Wetterlage wäre das eigentlich nicht zu befürchten gewesen.

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