Flüchtlinge in Deutschland
Til Schweiger plant Vorzeigeheim

Til Schweiger beabsichtigt gemeinsam mit Freunden ein Flüchtlingsheim in einer ehemaligen Kaserne aufzubauen. Die Reaktionen vor Ort sind bislang verhalten – eine Bürgerinitiative meldet allerdings bereits Bedenken an.
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OsterodeFilmstar Til Schweiger (51) will sich persönlich in der Hilfe für Flüchtlinge engagieren und in Niedersachsen eine vorbildliche Unterkunft bauen. „Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen“, sagte der Schauspieler und Regisseur der „Bild am Sonntag“. Anfang 2014 haben die Freunde demnach die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen.“

Das Land Niedersachsen hatte in der Kaserne in Osterode eigentlich bereits im Juni eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen wollen. Bisher sind die Verträge mit dem privaten Betreiber, der Firma Princess of Finkenwerder, nach Angaben aus dem Innenministerium aber noch nicht komplett unter Dach und Fach.

„Das ist noch nicht eingetütet. Wir freuen uns, dass sich auch Herr Schweiger dort engagieren möchte“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Philipp Wedelich, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Schweiger hatte dagegen der Zeitung gesagt, die Verträge seien seit Donnerstag unterschrieben. Vorgesehen war, dort zunächst etwa 200 und später bis zu 600 Flüchtlinge unterzubringen.

Betreiber soll die Firma Princess of Finkenwerder aus Stade werden. Eine Bürgerinitiative in Osterode hatte dagegen erhebliche Bedenken geäußert. Die Princess of Finkenwerder sei keine Non-Profit-Organisation, sondern ein gewinnorientierter Betreiber. Deswegen gebe es große Sorgen in der Bevölkerung in Bezug auf die Unterbringungsqualität.

Schauspieler Schweiger hat angekündigt, in dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten. Zu seiner Motivation sagte der Filmemacher („Honig im Kopf“): „Ich habe früher immer mit meiner Rolle als Schauspieler gehadert: Ich mache ja nur Faxen vor der Kamera und kriege dafür auch noch Geld.

Jeder Polizist, jeder Soldat, jede Krankenschwester leistet mehr für die Gesellschaft. Ich vermiete nur mein Gesicht.“ Erst mit seiner Funktion als Regisseur habe er das Gefühl, dass er etwas geschaffen habe, das gesellschaftliche Relevanz habe. „Jetzt schaffe ich etwas viel Relevanteres.“

Bei Facebook hatte Schweiger vor Tagen zu einer Spendenaktion für Flüchtlinge aufgerufen und sich nach einem Bericht über Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte auch an SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt.

Gabriel habe ihn angerufen und sich eine halbe Stunde seinen Frust angehört, erläuterte Schweiger auch nochmal dem „Stern“. „Und dann lud er mich ein, mit ihm zusammen Flüchtlingsheime zu besuchen.“ Nach dem 15. September werde er den Kino-„Tatort“ abgedreht und dafür Zeit haben, sagte Schweiger.

Von den Deutschen wünschte sich Schweiger im „Stern“-Interview mehr Empathie. Flüchtlinge hätten das Schlimmste erlebt. „Und draußen tobt der Mob, der will sie anzünden“, warnte Schweiger, der nach seinem Spendenaufruf viele fremdenfeindliche Kommentare bekommen hatte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Läuft das Filmgeschäft nicht mehr so richtig? Wie großzügig von ihm. Ein Heim bauen, aber halt nur nicht vor der eigenen Nase, sondern weit weg. Die dortigen Bewohner werden sich jetzt sicherlich riesig darüber freuen.

  • Wann baut er ein Vorzeigeheim für deutsche Obdachlose?

  • So, so. Er wünscht sich das von "den Deutschen" und "draußen tobt der Mob". Der "Filmstar" scheint ja ein sehr differenziertes Bild von seinen Mitbürgern zu haben (Ironie off). Er verurteilt pauschale Verurteilungen und schert "die Deutschen" über einen Kamm. Bei der Verlogenheit könnte er sich auch als Politiker versuchen. Diese lachen sich ins Fäuchstchen über den profilierungssüchtigen Schauspieler. Nimmt er ihnen doch einen Teil der Arbeit ab. Sauber!

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