Flüchtlingsboot im Mittelmeer
Polizei nimmt Kapitän und Steuermann fest

Fahrlässige Tötung, Menschenhandel und Schiffbruch: Zwei Überlebende des Flüchtlingsdramas im Mittelmeer, mutmaßlich Steuermann und Kapitän des Bootes, sind verhaftet worden. Die Uno korrigiert die Todeszahlen nach oben.
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CataniaNach der Flüchtlingstragödie vor der Küste Libyens sind die wenigen Überlebenden auf Sizilien eingetroffen. 27 Menschen kamen am Montagabend im Hafen von Catania an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Sie wurden vom italienischen Verkehrsminister Graziano Delrio, einem Vertrauten von Regierungschef Matteo Renzi, empfangen.

Zunächst wurden die Flüchtlinge für eine erste Gesundheitsuntersuchung in Zelte geleitet. Danach sollten sie in eine Unterkunft gefahren werden, deren Standort geheim gehalten wurde. Die zahlreichen Medienvertreter am Hafen wurden auf Distanz zu den Flüchtlingen gehalten.

Nach Angaben des italienischen Innenministers Angelino Alfano wurden zwei Überlebende festgenommen: der tunesische Kapitän des Flüchtlingsschiffes und der syrische erste Steuermann. Ihnen wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrfache fahrlässige Tötung, Menschenhandel und Schiffbruch vorgeworfen, berichtete Ansa weiter. Die beiden seien von überlebenden Flüchtlingen identifiziert worden.

Nach Gesprächen mit Überlebenden des Unglücks vom Wochenende geht die Uno mittlerweile von etwa 800 Todesopfern aus, sagte eine Sprecherin des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Dienstag im sizilianischen Catania. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, bestätigte diese Schätzung. Nach dem Kentern des Flüchtlingsboots vor Libyen in der Nacht zum Sonntag hatte das UNHCR zunächst von etwa 700 Todesopfern gesprochen.

Unter den mehr als 800 Menschen an Bord, seien „Kinder von zehn, zwölf Jahren“, berichtete die Uno-Sprecherin nun. Es habe sich um Syrer, rund 150 Eritreer und Somalier gehandelt. Die Überlebenden stammten aus Mali, Gambia, Senegal, Somalia, Eritrea und Bangladesch.

Durch die erneute Flüchtlingstragödie geriet die Europäische Union in die Kritik. Die EU-Außen- und Innenminister einigten sich als Konsequenz am Montag auf einen Zehn-Punkte-Plan, der unter anderem eine "Stärkung" der Seenotrettung im Mittelmeer vorsieht. Anlässlich der Ankunft der Überlebenden in Catania demonstrierten einige Dutzend Menschen für die Abschaffung eines italienischen Gesetzes, dass illegal eingewanderte Menschen kriminalisiert.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
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  • Sergio Puntila - 21.04.2015, 08:56 Uhr
    Internationales Seerecht scheint auch insgesamt recht unbekannt zu sein.

    Entschuldigung, da haben Sie Recht, ich hätte präziser sein müssen.
    Selbstverständlich muss jedes Schiff in Seenot aufgenommen werden!

    Aber normalerweise, werden diese nicht zum illegalen Wunschziel gebracht, sondern ins Herkunftsland. Genau das, ist die neue linksgrüne Regelung, die zur vorsätzlichen Havarie führt. Es führt zur Verschleppung von Kindern, um sie als Kapitäne absaufen zu lassen!

  • Die Ursachen der schlimmen Flüchtlingstragödien befinden sich in den jeweiligen Ländern. Das ätzende Abwerben von Fachkräften aus den Entwicklungsländern ist zudem ein großer Fehler der EU und besonders Deutschland. Ohne Fachkräfte verfallen die Entwicklungsländer noch mehr. Einzelne Interessen liefern Waffen und Kapital mit dem keine Wirtschaftsstruktur bzw. geschweige eine vernünftige Industrie in den Entwicklungsländern aufgebaut werden kann. Seit 20 Jahren schaut Europa weg. Es ist doch klar, dass in der Anarchie mit großer Armut, Verzweiflung, Mord und Totschlag viele Menschen weg wollen. Brüssel verwaltet und vergibt Milliarden für Banken im Schneeballsystem, hat aber kein Konzept für eine Stabilisierung und Aufbau von Entwicklungsländern. Afrika z.B. hat ein riesengroßes Potential, was bei richtiger Unterstützung die Weltwirtschaft beflügeln würde.

  • ..."Seit die Linksgrünen dafür gesorgt haben, dass jedes havarierte Schiffe gerettet werden muss "...
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    Internationales Seerecht scheint auch insgesamt recht unbekannt zu sein.

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