Flüchtlingspolitik
Papst fordert „Willkommenskultur statt Furcht“

Papst Franziskus fordert ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik. Und er geißelte erneut die ökonomische Ungleichheit sowie die Ausbeutung vieler durch einige wenige auf der Welt. Starke Worte, die viel Beifall erhielten.
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RomWenn es um das Thema Flüchtlinge geht, nimmt sich der Papst immer viel Zeit. Das Schicksal der Menschen, die ihr Land verlassen müssen, vor allem der Kinder, liegt ihm am Herzen. Ausführlich sprach Franziskus am Dienstagmorgen im Vatikan über die vierfache Pflicht, Migranten willkommen zu heißen, sie zu schützen, ihnen zu helfen und sie zu integrieren.

„Ich bin besorgt darüber, dass heute viele Migrationsbewegungen stattfinden, weil die Menschen gezwungen sind, zu gehen“, sagte der Papst. Das erhöhe die Pflicht für alle Beteiligten – Politik, Zivilgesellschaft und die Kirche – dringend ihre Arbeit zu koordinieren und effektiver zu gestalten. Und dann wurde er politisch: „Wir müssen zugehbare und sichere humanitäre Korridore schaffen.“

Ein Mentalitätswandel sei notwendig, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche mit ernstem Gesicht in der prächtigen Sala Clementina im zweiten Stock des Apostolischen Palastes. Statt Furcht müsse die Willkommenskultur verbessert werden: Und das beginne mit Schutz.

Die Unterbringung von vielen Menschen zusammen, Asylsuchenden und Flüchtlingen, habe keine positiven Ergebnisse gebracht, sondern neue Probleme geschaffen. Das ist eine Botschaft an die EU, die sich beim Thema Flüchtlinge, Auffanglager, Rückführung und Kooperation über Landesgrenzen hinweg von Gipfel zu Gipfel vertagt.

Der Papst weiß, wovon er redet. Seine erste Reise nach der Wahl im Frühjahr 2013 ging nach Lampedusa. Auf der Mittelmeerinsel hat sich die Zahl der aus Seenot geretteten Flüchtlinge in den vergangenen Monaten sprunghaft gesteigert. Und auch auf Lesbos war der Papst, im April 2016, kurz nach der Einigung der EU mit der Türkei über die Rückführung.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sah sich die Zustände an, unter denen die Flüchtlinge dort leben mussten, und handelte. Kurzentschlossen nahm er von dort drei muslimische Familien aus Syrien mit ihren Kindern in seinem Flugzeug mit nach Rom.

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Wenige können „nicht die Hälfte der Ressourcen der Erde kontrollieren.“

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  • Papst Franziskus fordert ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik, das kann ich nur befürworten:
    Alle Flüchtlinge die nach Italien kommen, sollen im Vatikanstaat registriert werden. Sollte der Flüchtlingstatus im Drittland nicht anerkannt werden, geht es wieder zurück nach Rom.
    Dann kann in Rom ein weiteres Mal Umgedacht werden.

  • Nein Herr San Yukon, als Waffenhändler ist man auf sein Kapital angeweisen.

  • 0Er könnte auch ein paar Milliarden von seiner Bank abheben und verteilen.

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