Flug MH370
U-Boot sucht vorerst nicht weiter nach Wrackteilen

Nach neun Wochen der Suche nach Flug MH370 gibt es weiter keine Hoffnungen: Der U-Boot-Sucheinsatz nach Wrackteilen musste abgebrochen werden. Die womöglich letzte Chance, die verschollene Maschine zu finden, schwindet.
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PerthAuf der Suche nach der verschollenen Maschine der Malaysia Airlines hat das unbemannte U-Boot seinen ersten Einsatz nach nur sechs Stunden abbrechen müssen. Das Wasser im Suchgebiet sei an der vermuteten Absturzstelle tiefer als die 4500 Meter, für die die „Bluefin 21“ maximal ausgelegt sei, teilten die australischen Behörden am Dienstag mit. Durch eine eingebaute Sicherheitsautomatik stieg es wieder zur Wasseroberfläche auf.

Ursprünglich sollte diese erste Suche am Meeresboden nach möglichen Trümmern des Flugzeugs, das am 8. März mit 239 Menschen an Bord abgestürzt war, bis zu 16 Stunden dauern. Die Einsatzleiter hofften jedoch, die „Bluefin 21“ noch am Dienstag ein zweites Mal in die Tiefen des Indischen Ozeans westlich von Australien schicken zu können. Die Verantwortlichen prüften nach dem ersten gescheiterten Versuch die Möglichkeit, tiefer tauchende Geräte einzusetzen. Doch solche U-Boote seien derzeit nicht verfügbar, hieß es.

Die während der sechs Stunden von „Bluefin 21“ gesammelten Daten wurden ausgewertet, es fand sich den Angaben zufolge jedoch kein Teil der Boeing 777.

Für die Suchmannschaften ist der Einsatz des unbemannten U-Boots womöglich die letzte Chance, die verschollene Maschine doch noch zu finden. In den vergangenen sechs Tagen war kein Blackbox-Signal mehr empfangen worden. Zuvor hatte ein Schiff zweimal Töne aufgefangen, die nach Meinung von Experten von einer Blackbox stammen könnten. Doch die Batterien des Flugschreibers dürften mittlerweile leer sein.

Das U-Boot sucht den Meeresboden in einer Höhe von 30 Metern ab und kann mit einem Sonar eine dreidimensionale Karte eines jeden dort liegenden Objektes zeichnen. Allerdings ist der Grund an der vermuteten Absturzstelle mit Schlick bedeckt, kleinere Flugzeugteile könnten in ihm versinken und unsichtbar sein.

Bis zu elf Flugzeuge und genauso viele Schiffe durchkämmten am Dienstag erneut ein 62 000 Quadratkilometer großes Gebiet etwa 2000 Kilometer nordwestlich der australischen Stadt Perth ab - weiter ohne Erfolg. Es wird erwartet, dass die australischen Behörden die seit einer Woche andauernde Suche an der Oberfläche in zwei Tagen einstellen werden. Die Wahrscheinlichkeit, etwas zu finden, habe sich „deutlich verringert“, sagte Einsatzleiter Angus Houston.

Ein Ölfleck beschäftigte derweil Experten. Er befand sich 5,5 Kilometer von der Stelle entfernt, an der ein Spezialschiff vor sechs Tagen das letzte Unterwasser-Piepsen aufgenommen hatte. Eine Probe soll nun in Perth analysiert werden, was nach Angaben von Houston jedoch mehrere Tage dauern könnte. Das Öl scheine nicht von irgendeinem Schiff in der Nähe zu stammen, er wolle den Ergebnissen der Analyse jedoch nicht zuvorkommen, sagte er.

Nach Auswertung von Satellitendaten nehmen die Experten an, dass die Maschine auf ihrem Weg von Kuala Lumpur nach Peking umgekehrt und nach stundenlangem Flug in südwestlicher Richtung ins Meer gestürzt ist. Die Blackbox könnte die Frage klären, wie Flug MH370 so weit vom Kurs abkommen konnte.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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