Flug MH370
Was das Wrackteil beweist – und was nicht

Die Hinweise verdichten sich, dass das angeschwemmte Wrackteil zum verschollenen Flug MH370 gehört. Die Ermittler erhoffen sich entscheidende Hinweise. Was die eindeutige Identifizierung der Wrackteile bedeuten würde.
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Canberra Die malaysische Regierung sieht es als erwiesen an, dass das vor einer Woche auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean angeschwemmte Wrackteil zum vor 17 Monaten verschollenen Flug MH370 gehört. Als Beleg dafür nennt sie den verwendeten Dichtstoff und die Farbe auf dem Querruder, die mit den Wartungsunterlagen von Malaysia Airlines übereinstimmten. Auch wurden nach malaysischen Angaben mittlerweile noch andere Trümmer wie ein Flugzeugfenster gefunden. Ermittler aus Frankreich, den USA und Australien wollen aber zunächst weitere Untersuchungen abwarten.

MH370 stürzte ab

Die Behörden waren schon länger von einem Absturz der Maschine mit 239 Insassen ausgegangen. Da seit dem Verschwinden des Flugzeugs am 8. März 2014 aber keinerlei Trümmer oder Leichen gefunden worden waren, blieben letzte Zweifel, nicht nur bei Angehörigen der Vermissten, sondern auch bei einigen Unfallermittlern. Das gefundene Querruder wäre der erste konkrete Beweis für einen Absturz, nicht alle würden es aber wohl als eindeutigen Beleg anerkennen.

MH370 stürzte im indischen Ozean ab

Die Ermittler hatten kaum Zweifel, dass die Maschine auf ihrem Weg von Kuala Lumpur nach Peking weit vom Kurs abwich und dann im Indischen Ozean abstürzte. Doch das Wrackteil wäre ein erster greifbarer Beweis dafür.

Die letzte bestätigte Radarposition von Flug MH370 war in der Straße von Malakka westlich von Malaysia. Von dort ermittelte ein Team von Experten mit Hilfe von sieben Satellitensignalen eines Triebwerks der Maschine an eine Bodenstation, wo sie in etwa niederging. Zunächst legten sie zwei Korridore fest, die von Kasachstan im Norden bis zum Südlichen Indischen Ozean reichten. Der nördliche Korridor wurde schließlich ausgeschlossen. Nicht jeder war aber überzeugt, dass sich der Absturz im Süden ereignete. Ozeanographen sehen mit dem Fundort in La Reunión, weiter westlich im Indischen Ozean, nun aber keinen Zweifel mehr daran.

Der genaue Absturzort bleibt unklar

Die Suchteams sehen den Fund der Wrackteile als deutlichen Hinweis darauf, dass sie in ihrem mehr als 4000 Kilometer östlich von La Réunion gelegenen Suchgebiet auf der richtigen Spur sind. Ein eindeutiger Beweis ist es allerdings nicht, weil die Rückverfolgung von Trümmerteilen durch die Meeresströmungen viele Unwägbarkeiten beinhaltet. Die Behörden wollen ihr Suchgebiet westlich von Australien aber beibehalten.

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