Fluggesellschaften müssen zahlen
EU verstärkt die Rechte von Fluggästen

Am Donnerstag ist eine neue EU-Verordnung in Kraft getreten, die die Rechte von Flugpassagieren massiv stärken soll. Überbuchungen und Verspätungen werden demnach für europäische Fluggesellschaften spürbar teurer.

HB BRÜSSEL.

Flug ist überbucht Wenn einem Passagier das Boarding wegen Überbuchung des Flugs verweigert wird, bekommt er von der Fluggesellschaft eine Entschädigung. Diese richtet sich nach der Länge des Fluges.

- 250  Euro für Flüge mit einer Strecke von bis zu 1500 Kilometern

- 400  Euro für längere Flüge innerhalb der EU und alle anderen Flüge mit einer Strecke zwischen 1500 und 3500 Kilometern

- 600  Euro für Flüge von der EU ins Ausland mit einer Strecke von mehr als 3500 Kilometern

Je nach Ausmaß des Zeitaufwands, der wegen des verweigerten Boardings entsteht, kann die Summe verringert werden.

Flug wird gestrichen Wenn ein Flug gestrichen wird, muss die Fluggesellschaft:

- dem Passagier anbieten, sich entweder das Ticket erstatten zu lassen und kostenlos zum Ausgangsflughafen zurückzufliegen, oder ihn auf anderem Wege zum Zielort zu befördern.

- dem Passagier Mahlzeiten, Erfrischungsgetränke und falls notwendig einen Hotelaufenthalt sowie Internet-, Telefon- und Fax-Möglichkeiten anbieten.

Alle Entschädigungsregeln gelten für Flüge von einem EU-Flughafen oder zu einem EU-Flughafen von außerhalb der Union. Dabei ist Voraussetzung, dass es sich um eine europäische Fluggesellschaft handelt. Zudem müssen die Passagiere rechtzeitig einchecken.

Lange Verspätungen Die Fluggesellschaft muss Mahlzeiten, Erfrischungsgetränke, falls nötig einen Hotelaufenthalt sowie Internet-, Telefon- und Faxmöglichkeiten bei folgenden Verspätungen anbieten:

- Zwei Stunden oder mehr bei Flügen von bis zu 1500 Kilometern

- Drei Stunden oder mehr bei längeren Flügen innerhalb der EU und allen anderen Flügen zwischen 1500 und 3000 Kilometern

- Vier Stunden oder mehr bei Flügen von der EU ins Ausland mit einer Strecke von mehr als 3500 Kilometern

Bei Verspätungen von fünf Stunden oder mehr muss die Fluggesellschaft zudem anbieten, das Ticket zu erstatten und den Passagier kostenlos zum Ausgangsflughafen zurückzufliegen.

Um Passagierrechte noch weiter auszubauen, schlug Verkehrskommissar Jacques Barrot am Mittwoch in Brüssel zudem weitere Rechte für behinderte Passagiere vor, die aber erst noch von den EU-Regierungen und dem EU-Parlament beraten werden müssen. Um die neue Regelung hatte die EU lange gerungen, nachdem Vertreter der Fluggesellschaften sie heftig kritisiert hatten. Vor allem Billigflieger wie die irische Ryanair befürchten hohe Mehrkosten, wenn sie Entschädigungen zahlen müssen, die den Ticketpreis um das Mehrfache übersteigen.

Um auch körperbehinderten Passagieren die Möglichkeit zum Fliegen zu garantieren, schlug die Kommission verbindliche Vorgaben für Fluggesellschaften und Flughäfen vor. Danach soll es Fluglinien verboten werden, Passagiere auf Grund ihres Alters oder von Behinderungen abzuweisen. Hilfe auf Flughäfen und an Bord des Flugzeuges soll kostenlos angeboten werden. Bei Verstößen gegen diese Regeln will die Kommission Geldstrafen festsetzen lassen.

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