Flughafen-Zoll fand häufiger Drogen und Piratenprodukte
Frankfurter Flughafen entlarvt mehr Schmuggler

Der Zoll am Frankfurter Flughafen hat im ersten Halbjahr 2004 deutlich häufiger Drogen und kopierte Markenprodukte beschlagnahmt.

HB FRANKFURT/MAIN. Der Zoll hat im ersten Halbjahr 2004 am Frankfurter Flughafen mehr Schmuggler entdeckt. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, stellten die Kontrolleure in den ersten sechs Monaten unter anderem deutlich mehr Plagiate bekannter Markenprodukte und artengeschützte Tiere sicher. Beim Rauschgift ging die beschlagnahmte Menge leicht zurück, dafür stiegen die Zahlen für besonders harte Drogen und der festgenommenen Drogen-Kuriere.

Unter ihnen waren 20 so genannte „Schlucker“, die Kokain in Kondomen im eigenen Körper über die Grenze bringen wollen. Einer hatte 1,4 Kilogramm im Darm, berichtete der Zoll. Insgesamt seien in 496 Fällen 432 Kilogramm Rauschgift sichergestellt worden (1.Halbjahr 2003: 461 Fälle und 443 Kilogramm). Die Menge der harten Drogen sei um 39 Prozent gestiegen.

Nach dem Artenschutzrecht kassierten die Grenzer in 234 Fällen 9 532 tote und lebende Tiere und Pflanzen sowie verbotene Produkte aus ihnen (1.Halbjahr 2003: 258 Fälle mit 6 190 Exemplaren). Größter Einzelposten waren 3 700 Riesenmuscheln. Ohne besondere Warnhinweise seien unter anderem 17 Skorpione, zwei Vogelspinnen und eine Giftschlange per Post verschickt worden. Der mögliche Tod der Tiere werde dabei von den Schmugglern rücksichtslos in Kauf genommen.

Im Kampf gegen Produktpiraten komme dem Frankfurter Flughafen eine zentrale Bedeutung zu. Bei 2 685 (844) Aufgriffen seien 244 665 (110 562) Plagiate im Gesamtwert von 3,12 Millionen Euro (920 000) entdeckt worden. Die Zahl der beschlagnahmten Waffen und gefährlichen Gegenstände hat sich mit 122 (65) fast verdoppelt. In 744 (690) Fällen wurden Verfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung eingeleitet.

So hatte ein Reisender 561 Handys in seinem Gepäck nicht angemeldet, ein anderer Computeranlagen im Wert von 94 300 Euro. „Solche Mengen findet man nicht durch Weggucken oder Nicht-Kontrollieren“, sagte Zoll-Sprecher Gero Heimroth mit Blick auf öffentliche Kritik aus den eigenen Reihen über angebliche Sicherheitsmängel am größten deutschen Flughafen. Ein Beamter sei wegen einer zweistelligen Zahl von Dienstvergehen entlassen worden. Diese Entscheidung aus dem Disziplinarverfahren sei aber noch nicht rechtskräftig, sagte Heimroth. Der entlassene Beamte soll Informationen an die Medien weitergegeben haben und wurde von der Gewerkschaft der Polizei unterstützt.

Die Personalsituation beim Zollamt Flughafen habe sich zudem entspannt. Zum 1. August sei es gelungen, die Zahl der nichtbesetzten Stellen von 106 im Juni auf 23 zu reduzieren, erklärte der Zollsprecher. Angesichts der zu erwartenden Expansion des Flugverkehrs sei es aber das Ziel der Amtsleitung, einen leichten Überhang bei den 886 Gesamtstellen zu erreichen.

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