Flugzeug-Crash in San Francisco
Sechs Personen schweben weiter in Lebensgefahr

Nach der Bruchlandung einer Boeing 777 in San Francisco sind die Gründe für die Tragödie noch völlig unklar. Die Black Boxes der Maschine werden inzwischen untersucht. Sechs Passagiere kämpfen derweil um ihr Leben.
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San FranciscoEin Passagierflugzeug mit 307 Menschen an Bord ist bei der Landung in San Francisco verunglückt und in Flammen aufgegangen. 19 Verletzte wurden am Sonntag noch in Krankenhäusern behandelt, sechs von ihnen waren in einem lebensbedrohlichen Zustand, darunter ein Kind. Zwei Verletzte seien gelähmt, sagte die Chirurgiechefin am San Francisco General Hospital, Margaret Knudson. Etwa 15 Patienten seien noch bewusstlos, sagte die Chirurgin Margaret Knudson. Bei den zwei ums Leben gekommenen Passagiere handelte es sich um 16-jährige Chinesinnen, wie die Feuerwehr bei einer Pressekonferenz bestätigte. Die Jugendlichen wurden demnach auf beiden Seiten der Maschine aufgefunden. Zunächst war noch nicht geklärt, ob sie bereits tot waren, als die Rettungsmannschaften zu dem verunglückten Flugzeug kamen.

Knudson sagte auf der Pressekonferenz, viele der Patienten litten unter inneren Verletzungen oder unter Knochenbrüchen. Die lebensbedrohlichen Fälle seien die mit Schädelhirntrauma oder schweren Unterleibsblutungen.

Zwei Patienten hätten schwerste Hautabschürfungen, so als seien sie gezogen worden, sagte Kudson weiter. Sie wisse nicht, was mit ihnen geschehen sei. Die Patienten, die in der Lage waren zu sprechen, berichteten laut der Chirurgin, sie hätten im hinteren Bereich der Boeing 777 gesessen.

Experten begannen am Sonntag mit der Untersuchung der Flugschreiber der Unglücksmaschine, um die Ursache der Bruchlandung aufzuklären. Die Black Boxes seien am Morgen im Labor in Washington eingetroffen, sagte die Leiterin der Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB), Deborah Hersman. Es handelt sich um den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder. Die Geräte können Aufschluss über die technischen Daten des Fluges sowie über die Kommunikation vor dem Unglück geben.

Die Umstände der Tragödie sind völlig unklar und lassen Luftfahrtexperten ratlos zurück. Vermutlich ist der Crash jedoch nicht auf einen technischen Fehler zurückzuführen. Die Boeing 777 habe nach den bisherigen Erkenntnissen keine technischen Probleme gehabt, sagte der Chef der Asiana Airlines, Yoon Young Doo, am Sonntag vor Journalisten in Seoul.

Nach Sperrung zunächst aller Landebahnen auf einem der geschäftigsten Flughafen der Welt spielten sich am späten Samstag chaotische Szenen ab. Tausende gestrandete Passagiere versuchen ihre Flüge umzubuchen oder zurück in die Stadt zu kommen. Mittlerweile sind die zwei kürzeren Rollbahnen wieder geöffnet, aber es ist weiter mit Behinderungen auch im internationalen Verkehr zu rechnen.

Die ersten Bilder waren erschreckend: Die Maschine lag mit aufgerissener und ausgebrannter Kabinendecke neben dem Rollfeld, das Heck war abgerissen. Auf der linken Seite waren zwei Notrutschen zu sehen.
Die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB erklärte, es handele sich um eine Boeing 777 der südkoreanischen Asiana Airlines, die aus Shanghai kommend nach einem Zwischenstopp in Seoul mit Ziel San Francisco unterwegs war. Nach Angaben der Airline waren 141 Chinesen in der Maschine, zudem 77 Südkoreaner und 61 US-Bürger. Zu den Nationalitäten der restlichen Passagiere wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Das Flugzeug vom Modell 777-200 wurde 2006 neu von Boeing an Asiana ausgeliefert. Die 1988 gegründete Fluggesellschaft genießt einen extrem guten Ruf und ist für ihre Sicherheit bekannt. Für die Boeing 777 ist es der erste Unfall mit Todesfolge seit das Modell vor 18 Jahren in Dienst gestellt wurde. Bei einer weiteren Notlandung in 2008 in London Heathrow waren keine Opfer zu beklagen. In beiden Fällen setzen die Maschinen zu früh auf der Landebahn auf. In London hatten Eiskristalle in den Treibstoffleitungen verhindert, dass die Piloten genug Schub für eine korrekte Landung aufbauen konnten.

Nach Augenzeugenberichten setzte Flug Asiana 214 um 11:27 Uhr bei strahlende blauem Himmel und besten Wetterkonditionen offenbar zu tief und zu steil zur Landung an. Das Heck rammte bereits die steinerne Begrenzung weit hinter dem Ende der Landebahn 28L, die in die San Francisco Bay ragt. Die beiden bislang bestätigten Toten sollen im Heck der Maschine gesessen haben und wurde nach bislang nicht bestätigten Aussagen aus dem Flugzeug geschleudert, als das Heck abriss.

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  • Neiiiin, niemals......, eine fals-flag Aktion, niemals! Obwohl, wie kann bei einer Bauchlandung das ganze Dach abgetragen werden? Wirft schwierige Fragen auf, oder nicht?

  • Das ist die neue Zeit: direkt nach der Bruchlandung wird das Handy rausgeholt - gefilmt - fotografiert - getwittert

    Früher: man guckte wem man helfen konnte ...

    schöne neue Welt ...

  • Asiana: Noch nie eine der Top-20 gewesen wenn es um Sicherheit ging
    Mxi

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