Flugzeug-Unglück
Brasiliens Luftwaffe sichtet Airbus-Wrackteile

Suchflugzeuge haben hunderte Kilometer vor der brasilianischen Küste offenbar Wrackteile der verschollenen Air-France-Maschine gefunden. Von den 228 Menschen an Bord gab es keine Spur. Die französische Regierung erklärte am Dienstag, es gebe kaum noch Hoffnung, Überlebende zu bergen.

HB RIO DE JANEIRO/FRANKFURT. Damit wäre das Unglück des Airbus A330-200 die schlimmste Katastrophe der Luftfahrt seit 2001. Die Unglücksursache war weiterhin unklar.

Unter den Passagieren waren nach Angaben der Fluggesellschaft auch mindestens 26 Deutsche. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bestürzt. „Es ist eine menschliche Katastrophe“, sagte sie. „Wir empfinden alle tiefe Trauer um die Opfer.“

Die brasilianische Luftwaffe sichtete im Wasser einen Flugzeugsitz, Rettungswesten und metallische Gegenstände, begleitet von Schlieren, die auf Öl oder Kerosin schließen ließen. Die zwei Fundstellen mit umhertreibenden Trümmern waren gut 60 Kilometer voneinander entfernt, lagen aber in der Nähe der Flugroute der Maschine auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris.

Zunächst konnte aber nicht zweifelsfrei bestätigt werden, dass es sich um den Airbus handelte. Bergungsschiffe dürften das Gebiet rund 650 Kilometer nördlich der Inselgruppe Fernando de Noronha erst am (morgigen) Mittwoch erreichen. Die brasilianische Luftwaffe suchte das Seegebiet weiter rund um die Uhr ab, auch ein französisches Flugzeug und US-Satelliten waren im Einsatz. Schlechtes Wetter erschwerte die Suche jedoch.

In der Unglücksmaschine befand sich auch ein Spitzenmanager des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Der 41-jährige Erich Walter Heine war Vorstandsmitglied der ThyssenKrupp Steel AG. Auch ein weiterer deutscher Angestellter des ThyssenKrupp-Konzerns und drei ranghohe Angestellte des französischen Reifenherstellers Michelin sowie eine brasilianische Musical-Sängerin sind unter den Opfern.

Die Suche nach dem Airbus indes ist ein Wettlauf gegen die Zeit, weil die Signale der „Black Box“ mit dem Flugschreiber nach 30 Tagen erlöschen. Laut dem Sprecher des Generalstabs der französischen Streitkräfte, Christophe Prazuck, könnte die „Black Box“ in großer Meerestiefe liegen. Die Trümmerteile könnten „über ein großes Gebiet verteilt sein“.

Das Meer sei dort stellenweise bis 7 000 Meter tief, erklärte der französische Premierminister Francois Fillon. Paris ernannte unterdessen Alain Bouillard zum Chefermittler, der bereits die Untersuchung des Concorde-Unglücks im Jahr 2000 geleitet hatte.

An Bord der Maschine waren nach Angaben der Air France 61 Franzosen, 58 Brasilianer, 26 Deutsche, neun Italiener und neun Chinesen sowie Bürger von 27 weiteren Staaten.

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