Flugzeugabsturz
Airbus schickt Expertenteam nach Russland

Nach dem Airbus-Absturz im Schwarzen Meer gibt es keine Hoffnung mehr auf Überlebende. Die Unfallursache ist noch ungeklärt. Jetzt sagte der Flugzeugbauer Airbus den russischen Behörden technische Hilfe zu. Glück im Unglück hatten hingegen zwei Männer, die nicht an Bord der Maschine durften.

MOSKAU/ ERIWAN. Nach dem Absturz des armenischen Verkehrsflugzeugs mit 113 Menschen an Bord gibt es nach Behördenangaben keine Hoffnung auf Überlebende. Die russische Generalstaatsanwaltschaft schloss einen Terroranschlag aus. Die betroffene Fluggesellschaft Armavia nannte schwierige Wetterverhältnisse als Unfallursache. Es ging kein Notrufsignal bei der Flugüberwachung ein. „Offensichtlich ist das Flugzeug in einen Wirbelsturm geraten. Sonst hätte die Katastrophe nicht so plötzlich passieren können“, sagte ein Sprecher von Armavia in Eriwan.

Dagegen teilte das russische Wetteramt mit, in der Region habe es nachts heftigen Wind gegeben, aber keinen Wirbelsturm. Der vor elf Jahren gebaute Airbus verschwand gegen 2.15 Uhr Ortszeit (0.15 Uhr MESZ) von den Radarschirmen. Zuvor hatten die Piloten einen ersten Landeversuch auf den Flughafen von Sotschi abgebrochen.

Die Trümmer sollen in einer Tiefe von 400 Metern auf dem Grund des Schwarzen Meeres liegen. Die russische Marine wollte einen Tauchroboter einsetzen, um die Flugschreiber der Unglücksmaschine zu finden. Nach Angaben der armenischen Regierung war der Airbus noch im April von einer belgischen Firma überprüft worden. Fast alle Menschen an Bord waren armenische Staatsbürger oder Russen armenischer Abstammung. In Russland und Armenien wurde der 5. Mai zum nationalen Trauertag erklärt.

Unterdessen hat der europäische Flugzeugbauer Airbus technische Hilfe zugesagt und schickt ein Expertenteam. Das teilte Airbus am Mittwoch in Toulouse mit. Airbus wolle den verantwortlichen russischen Ermittlern „volle technische Unterstützung“ gemäß internationaler Konventionen leisten. Diese Hilfe werde über die französische Untersuchungsbehörde (BEA) abgewickelt. Sechs Airbus-Experten sind auf dem Weg zur Unfallstelle.

Zu der möglichen Unfallursache will sich Airbus nicht äußern. Die Unglücksmaschine war laut Airbus seit Februar 2004 für die armenische Fluggesellschaft Armavia im Einsatz und habe insgesamt mehr als 28 200 Flugstunden absolviert.

Glück im Unglück hatten ein Armenier und ein Georgier, die mit dieser Maschine fliegen wollten. Nach Angaben der Fluggesellschaft durften sie nicht an Bord gehen, weil es Probleme mit ihren Reisepässen gab. Daraufhin seien die Fluggäste von den armenischen Behörden auf dem Flughafen von Eriwan festgehalten worden.

Der Airbus startete in der Nacht zum Mittwoch ohne die beiden Männer in Richtung des russischen Schwarzmeer-Kurortes, wo die Maschine vor der Küste abstürzte.

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