Flugzeugabsturz
US-Finanzberater inszeniert seinen eigenen Tod

Filmreif hat ein US-Finanzberater auf der Flucht vor Ermittlern und aufgebrachten Anlegern seinen vermeintlichen Tod inszeniert. Fahnder kamen ihm dennoch auf die Spur.

HB QUNICY/WASHINGTON. Der 38-jährige Manager sprang mit dem Fallschirm von seinem Privatflugzeug über dem Norden Floridas ab und flüchtete danach mit einem Motorrad. Drei Tage nach dem Absturz seiner Maschine wurde er am Dienstagabend festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

Der „Flüchtling aus dem eigenen Leben“ hatte in den vergangenen Wochen gleich mehrfach Schicksalsschläge erlitten. Der Manager wollte offenbar vor Ermittlungen gegen seine eigene Firma flüchten. Anleger beschuldigen ihn, sie um Millionen an Ersparnissen gebracht zu haben. Eines seiner Unternehmen sei mit mehr als 500 000 Dollar (380 000 Euro) verschuldet, berichteten US-Medien.

Der Finanzberater galt als wohlhabend; er sammelte teure Autos, besaß zwei Flugzeuge und lebte in einem Villenviertel. Zuletzt stand seine Firma nach Angaben von Ermittlern aber vor dem Zusammenbruch. Polizisten durchsuchten am Silvestertag sein Wohnhaus. Einen Tag zuvor hatte seine Frau die Scheidung eingereicht. Die Polizei hatte schon kurz nach seinem Verschwinden den Verdacht, dass er versucht haben könnte, mit dem Flugzeugabsturz seinen eigenen Tod vorzutäuschen.

Am Sonntag flog er mit seiner einmotorigen Piper Malibu von seinem Heimatstaat Indiana nach Florida. In einer Höhe von 600 Metern setzte er einen Notruf ab: Die Windschutzscheibe sei geplatzt, und er sei blutüberströmt. Dann brach der Funkverkehr ab. Daraufhin stiegen Militärjets zu dem Flugzeug auf. Die Piloten sahen eine offene Tür und ein dunkles Cockpit. Die Maschine stürzte schließlich in einem von Wohnhäusern umgebenen Sumpfgebiet in Florida ab. Das Motorrad hatte der Finanzberater mit gefüllten Satteltaschen 350 Kilometer weit entfernt in Alabama in einem Schuppen abgestellt, den er erst einen Tag zuvor angemietet hatte. Wie die Behörden dem Mann in Florida auf die Spur kamen, wurde nicht mitgeteilt.

Am späten Dienstagabend wurde der 38-Jährige auf einem Zeltplatz in der Ortschaft Quincy festgenommen. Nach Polizeiangaben hatte er offenbar versucht, sich das Leben zu nehmen. Er blutete stark aus einer Wunde am Handgelenk und wurde in ein Krankenhaus in Tallahassee eingeliefert.

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