Flugzeugkatastrophe in Ägypten
Erste Absturzopfer zur Identifikation in Russland

In St. Petersburg haben Tausende am Sonntagabend den Toten des Flugzeugunglücks in Ägypten gedacht. Die Arbeiten an der Identifikation der Opfer hat am Morgen begonnen – die Suche nach der Unglücksursache geht weiter.

Nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs in Ägypten hat in St. Petersburg die Identifizierung der Opfer begonnen. Spezialtransporter brachten erste sterbliche Überreste vom Flughafen der nordrussischen Stadt zu einem gerichtsmedizinischen Labor, wie örtliche Medien am Montag berichteten. Dort soll Vizegouverneur Igor Albin zusammen mit Forensikern die Arbeit koordinieren. Die Überreste werden mit Hilfe von DNA-Proben identifiziert und dann den Hinterbliebenen übergeben.

Am frühen Morgen war in St. Petersburg ein erstes Flugzeug des russischen Katastrophenschutzministeriums gelandet. Die aus Kairo kommende Iljuschin Il-76 hatte die sterblichen Überresten von 144 Insassen an Bord. Insgesamt waren 224 Menschen ums Leben gekommen. Die Unfallursache des bislang schwersten Flugzeugunglücks dieses Jahres blieb zunächst unklar. Nach Einschätzung Moskauer Behörden sei die Maschine vermutlich schon in der Luft zerbrochen. „Die Zerstörung ist in der Luft geschehen“, sagte Viktor Sorotschenko von der Untersuchungskommission am Sonntag. Aber es sei zu früh weitere Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Die Trümmer des Airbus A321 seien auf einer Fläche von 20 Quadratkilometern verstreut, ergänzte er russischen Agenturen zufolge.

Ermittler aus Ägypten und Russland fahnden weiter nach der Ursache der Katastrophe. Einer Untersuchungskommission in Moskau zufolge soll die Maschine noch in der Luft zerbrochen sein. Es sei aber zu früh, daraus weitere Schlussfolgerungen zu ziehen, hieß es. Das Passagierflugzeug vom Typ Airbus A-321 voller Urlauber war auf dem Weg vom Badeort Scharm el Scheich nach St. Petersburg, als es am Samstag über der Sinai-Halbinsel abstürzte. Es ist das schwerste Unglück in der Geschichte der russischen Luftfahrt.

Auf dem zentralen St. Petersburger Platz hatten am Sonntagabend mehrere Tausend Menschen der Getöteten gedacht. Vor dem historischen Winterpalast stiegen am Sonntag 224 weiße Ballons für die Opfer in den Himmel, viele legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Trotz des Regens waren auch viele Familien gekommen. Auch auf dem Flughafen in der Stadt erinnerte ein Meer roter Nelken und Teddybären an das Unglück.

Die russischen Behörden hatten die Staatstrauer bis Dienstag ausgedehnt. Fernsehstationen und Radiosender wollten weitgehend auf Unterhaltungssendungen verzichten. Die orthodoxe Kirche sowie Moscheen und Synagogen haben Gottesdienste organisiert. Behörden sagten Festveranstaltungen ab. Auf dem St. Petersburger Airport richtete das Katastrophenschutzministerium einen Krisenstab ein. Etwa 100 Angehörige würden von Psychologen und Ärzte betreuet.

Als erste Konsequenz aus dem Unglück verbot die russische Flugaufsicht Kolavia vorerst den Betrieb ihrer Maschinen desselben Typs. An den Ermittlungen zu Unfallursache sollen auch deutsche und französische Experten des Flugzeugbauers Airbus teilnehmen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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