Flugzeugunglück
Hinweise auf tote Deutsche unter Opfern von Madrid

Die Flugdatenschreiber sind gefunden, die Sprachaufzeichnungen aus dem Cockpit gesichert - und auch das Schicksal der deutschen Passagiere des Unglücksflugs JK5022 ist mit großer Wahrscheinlichkeit geklärt. Doch die Ermittlungen nach der Katastrophe von Madrid werden sich wohl noch lange hinziehen. Bis es einen abschließenden Untersuchungsbericht gibt, können Jahre vergehen.

HB BERLIN/MADRID. Bei dem schweren Flugzeugunglück auf dem Flughafen von Madrid sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch vier Deutsche ums Leben gekommen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes konnte dies am Donnerstag zwar noch nicht bestätigen, sagte aber: "Wir haben Hinweise von den zuständigen spanischen Behörden, dass sich vier Deutsche unter den Todesopfern befinden. Diese Angaben stehen unter dem Vorbehalt der endgültigen Identifizierung der Opfer, die noch einige Tage in Anspruch nehmen kann."

Zu möglichen Ursachen des Madrider Unglücks mit 153 Toten gab es auch am Donnerstag nur vage Hinweise. Sicher ist, dass der missglückte Startversuch der McDonnell Douglas MD-82 von Spanair am Mittwochnachmittag bereits der zweite war. Kurz zuvor meldete der Pilot ein Problem mit dem Außentemperaturfühler, den Techniker abschalteten. Die Maschine wurde anschließend freigegeben. Nach Angaben von Spanair ist dieses Vorgehen üblich.

Doch auch beim zweiten Versuch ging etwas schief - diesmal mit tödlichen Folgen. Die spanische Zeitung "El País" berichtete, ein Triebwerk der zweistrahligen Maschine sei ausgefallen und könnte beim Start Feuer gefangen haben. Zeugen berichteten zudem, dass das linke Triebwerk explodiert sei und kurz vor dem Absturz gebrannt habe.

Doch ob dies zum Absturz führte, ist unklar. Zwar ist der Ausfall eines Triebwerkes ausgerechnet beim Start für Piloten eine außergewöhnliche Situation, doch Experten zufolge kann die MD-82 notfalls auch mit nur einem Motor fliegen.

Spanair selbst weiß nach eigenen Angaben noch nicht, was die MD-82 zum Absturz brachte und verwies auf Ermittlungen der Regierung. Bei den Ermittlungen bekommen die spanischen Behörden Hilfe von den Experten der US-Unfallermittlungsbehörde NTSB.

Alvaro Gammicchia, selbst MD-82-Pilot und Vertreter der spanischen Pilotengewerkschaft SEPLA, sagte, dass allein der ausgefallene Temperatursensor nicht für den Absturz verantwortlich sein könne.

Probleme mit Triebwerken

Die Gesellschaft Spanair, die gemeinsam mit der Lufthansa in der Star Alliance organisiert ist, hatte schon in der Vergangenheit Probleme mit Triebwerken. So musste erst am Samstag eine MD-82 notlanden, weil es Probleme mit beiden Aggregaten gab. Das Flugzeug war auf dem Weg von Lanzarote nach Madrid und wurde nach Gran Canaria umgeleitet, wohin auch der Unglücksflug JK5022 am Mittwochnachmittag gehen sollte.

Aus Firmenkreisen verlautete am Donnerstag, man wisse noch nicht, ob es sich am Samstag um die Unglücksmaschine mit der Registrierung EC-HFP handelte. Nach dem Unfall hat Spanair noch acht MD-82 in der Flotte.

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