Flut in den USA
US-Regierung rechnet mit 10 000 Toten

Die US-Regierung geht mittlerweile davon aus, dass der verheerende Hurrikan „Katrina“ in den Südstaaten etwa 10 000 Menschen das Leben gekostet hat.

HB BERLIN/NEW ORLEANS. Diese Zahl nannte der US-Botschafter in Deutschland, William Tinken, nach Informationen des Handelsblatts bei seiner Unterredung mit Bundesaußenminister Joschka Fischer. Am Sonntag hatte US-Gesundheitsminister Michael Leavitt als erstes Mitglied der Regierung in Washington davon gesprochen, dass die Zahl der Toten "in die Tausende geht". Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, geht allein in seiner Stadt von mehreren tausend Toten aus, die noch in den Häusern und Wohnungen lägen.

Für die Rettungskräfte wird die Suche nach Überlebenden in den Überschwemmungsgebieten zum Wettlauf gegen die Zeit. Obwohl alle seine Männer bis zur totalen Erschöpfung arbeiteten, werde für viele Menschen die Hilfe zu spät kommen, sagte ein Offizier der Küstenwache in New Orleans. "Meine Jungs kommen in ein Haus und rufen mich an, dass ältere Leute im Bett liegen, heftig atmen und zu sterben drohen, und wir können nichts machen". Die Küstenwache appellierte an die Menschen, die noch in ihren Wohnungen ausharren, diese mit farbigen oder weißen Kleidungsstücken zu markieren.

In New Orleans und Umgebung durchkämmen seit Sonntag Helfer die Straßen und Häuser nach Leichen. Aus Gebäuden der Stadt strömte starker Verwesungsgeruch. "Ich will die Leichen aus dem Wasser haben“, sagte Nagin, bevor Moskitos "Krankheiten in der ganzen Stadt verbreiten“. Gesundheitsminister Leavitt warnte die Einwohner vor Krankheiten, Seuchen und dem gefährlichen West-Nil-Virus. Das Virus wird von Mücken übertragen. Es kann insbesondere bei älteren und geschwächten Menschen Hirnhautentzündung auslösen.

Nationalgardisten und Soldaten gehen in New Orleans von Haus zu Haus, um die Einwohner notfalls zwangsweise aus der Stadt zu bringen. Nagin sagte CNN, auch nach der Evakuierung von 50 000 Menschen könnten sich noch 60 000 Einwohner in den überfluteten Stadtteilen aufhalten. In der größten Rettungsaktion in der Geschichte der Vereinigten Staaten hatte die US-Armee am Wochenende zehntausende Obdachlose aus New Orleans in Sicherheit gebracht.

Staatsmacht gewinnt Kontrolle zurück

Zur Unterbringung von "Katrina"-Opfern charterten die Behörden zwei Kreuzfahrtschiffe. Ein drittes Schiff steht ab Donnerstag zur Verfügung. Die drei Luxusliner sollen in den nächsten sechs Monaten rund 7000 Vertriebene beherbergen, teilte die Kreuzfahrtgesellschaft Carnival Cruise mit.

Unterdessen gewinnen die Behörden nach Tagen von Anarchie und Gewalt in der Stadt allmählich die Kontrolle zurück. Polizisten und Angehörige der Nationalgarde patrouillieren in New Orleans. In einigen Stadtteilen konnte die Stromversorgung wieder hergestellt werden.

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