Flutkatastrophe Thailand
Zahl der Toten auf über 400 gestiegen

Bewohner von Bangkoks Außenbezirken kritisieren, dass das Zentrum zulasten ihrer Heimat geschützt wurde. Daran entzündet sich jetzt ein politischer Zwist. Armeechef befürchtet Konfrontationen zwischen Soldaten und Bürgern.
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BangkokDie Zahl der Toten aufgrund der schweren Überschwemmungen in Thailand ist auf mehr als 400 gestiegen. Angaben der Regierung vom Mittwoch zufolge kamen mindestens 427 Menschen ums Leben, bisher war von rund 380 die Rede gewesen. Angaben über Tote in der Hauptstadt Bangkok enthält der Bericht nicht. Bangkoks Stadtzentrum wurde bislang von den Fluten verschont, Außenbereiche der Stadt stehen jedoch teilweise hüfthoch unter Wasser.

Zahlreiche Einwohner Bangkoks haben scharf kritisiert, dass ihre Häuser für die Geschäfts- und Touristenviertel im Zentrum geopfert wurden. Sie forderten, die Schleusentore weiter zu öffnen, um das Wasser schneller abzulassen. Einige von ihnen begannen sogar, selbst Ablaufrinnen rund um die Schleuse auszuheben.

Diese Bewohner überschwemmter Außenbezirke brächten die die Stadt nach Angaben des Gouverneurs aber erneut in Hochwassergefahr. Er ordnete die Reparatur einer Kanalschleuse rund 20 Kilometer nordöstlich des Zentrums unter Polizeischutz an. Wasser von dort drohe einen Kanal zu überschwemmen, der mitten durch Bangkok fließt. 17 der 50 Bangkoker Bezirke sind teilweise überschwemmt.

Dass das Zentrum mit Banken, Firmen und Hotels blieb bisher hingegen trocken geblieben war, sahen die örtlichen Medien als Kampfansage von Gouverneur Sukhummpand Paribatra an Regierungschefin Yingluck Shinawatra.

Yingluck hatte unter dem Druck der Anwohner und gegen den Widerstand des Gouverneurs die Öffnung der Schleuse angeordnet. Die beiden, die rivalisierenden politischen Parteien angehören, hatten schon vor zehn Tagen um Kompetenzen gerangelt.

Yingluck lehnt es außerdem bislang ab, auf Forderungen der Opposition einzugehen, den Ausnahmezustand zu verhängen. Dadurch würde das Militär mehr Befugnisse erhalten und könnte den überschwemmten Kommunen besser helfen. Armeechef Prayut Chan-o-Cha sagte jedoch, es seien Konfrontationen zwischen Soldaten und Bürgern zu befürchten. Bis Dezember sei das Problem ohnehin gelöst.

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