Flutwellen und Nachbeben
Hunderte Verletzte bei gewaltigen Erdbeben in Japan

Mehrere hundert Menschen wurden bei zwei gewaltigen Erdbeben im Norden Japans verletzt. Gegen 5Uhr erreichte die erste Erschütterung eine Stärke von 8,0 auf der Richterskala. Es war eines der stärksten je gemessenen Beben. Trotzdem blieben größere Schäden aus. Die dünn besiedelte Insel Hokkaido kam glimpflich davon.

HB TOKIO. Die meisten Opfer wurden durch umstürzende Gegenstände in Häusern leicht verletzt. Wegen der Gefahr durch Flutwellen wurden rund 41 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Erst nach rund 20 Stunden kehrte die Normalität allmählich wieder zurück.

Zwei Männer, die beim Angeln waren, wurden am Abend noch vermisst. Mehr als zwei Dutzend Menschen erlitten schwere Verletzungen wie Knochenbrüche. Ein zunächst von japanischen Medien gemeldetes Todesopfer wurde von der Polizei nicht bestätigt. Der Mann sei bei einem normalen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Einzelne Häuser und Straßen wurden beschädigt, in Läden fielen Waren aus den Regalen. Die nördlichste Hauptinsel Hokkaido umfasst ein Fünftel der Fläche Japans, ist aber mit etwa 5,7 Millionen Einwohnern die am dünnsten besiedelte Provinz des Landes.

Gut eine Stunde nach dem ersten Beben kam es zu einem weiteren Beben der Stärke 7,0, gefolgt von zwei Dutzend Nachbeben. In der Stadt Erimo wurden parkende Autos von fast zwei Meter hohen Wellen ins Meer gespült. Am schwersten von den Erschütterungen betroffen waren die Städte Shizunai und Urakawa, wo es zu Rissen an Gebäuden und im Straßenasphalt kam. In der Umgebung von Kushiro, rund 900 Kilometer nordöstlich von Tokio, fiel in 370 000 Haushalten vorübergehend der Strom aus. 4160 Haushalte waren am Abend noch ohne Wasser. Soldaten versorgten die Bewohner mit Wasservorräten.

Thermo-Reaktor schaltete sich automatisch ab

Der Flughafen wurde vorübergehend gesperrt, weil das Dach des Towers beschädigt wurde. Der regionale Bahn- und Flugverkehr war stark beeinträchtigt. In Ombetsu entgleiste ein Waggon eines Expresszuges, einer der 39 Fahrgäste wurde verletzt. Ein Brand in einer Ölraffinerie in Tomakomai konnte erst nach Stunden gelöscht werden.

In Atsuma wurde ein Thermo-Reaktor nach Angaben des Betreibers automatisch abgeschaltet, woraufhin in umliegenden Gemeinden der Strom ausfiel. Das Meteorologische Zentrum warnte, dass noch für mindestens zehn Tage Nachbeben folgen können. Die Zentralregierung in Tokio setzte einen Notfallstab zusammen. Der Erdbebenherd lag nach Angaben von Experten in 7 bis 28 Kilometer Tiefe vor der Küste. Erst kürzlich hatte ein Erdbeben der Stärke 5,5 die Region Tokio erschüttert und sieben Menschen verletzt.

Das fernöstliche Inselreich, das auf mehreren tektonischen Platten liegt, ist eines der am stärksten von Erdbeben bedrohten Länder. 1923 starben im Raum Tokio über 140 000 Menschen. Experten glauben, dass die japanische Hauptstadt bereits überfällig für ein weiteres schweres Erdbeben ist.

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