Folge der globalen Klimaerwärmung
Gigantische Eisfläche bricht aus antarktischem Schelfeis

Ein gigantischer Eisberg von etwa der doppelten Fläche der Stadt München ist aus einem Eismassiv der Antarktis gebrochen. Die Lage ist prekär: Denn damit ist auch ein noch größeres Eisgebiet bedroht, ins Meer abzudriften. Über die Ursache gibt es für Wissenschaftler keinen Zweifel.

HB WASHINGTON. Wie das US-Eis- und Schneedatenzentrum (NSIDC) an der Universität von Colorado am Dienstag in Boulder mitteilte, brach am 28. Februar zunächst ein 41 mal 2,5 Kilometer großer Eisberg von der Südwestseite des Wilkins-Schelfeises ab. Dadurch ausgelöst sei dann eine Eisfläche von 405 Quadratkilometern auseinandergebrochen. Nur ein dünner Streifen intakten Eises verhindere noch, dass es zu weiteren Abbrüchen an dem insgesamt mehr als 13 000 Quadratkilometer großen Eispanzer komme. Zum Vergleich: Die Stadt München erstreckt sich auf eine Fläche von 310 Quadratkilometer.

Das Wilkins-Schelfeis liegt rund 1 000 Kilometer vor der Südspitze Südamerikas auf der südwestlichen antarktischen Halbinsel. In den vergangenen 50 Jahren sei in der Region mit durchschnittlich einem halben Grad Celsius alle zehn Jahre der stärkste Temperaturanstieg weltweit verzeichnet worden, hieß es. „Wir glauben, dass das Wilkins(-Schelfeis) schon seit mindestens ein paar hundert Jahren dort war. Aber warme Luft und die Einwirkung der Meeresbrandung verursachen ein Abbrechen“, sagte der führende NSIDC-Wissenschaftler Ted Scambos.

Satellitenbilder zeigten, wie die 570 Quadratkilometer große Eisscholle in der westlichen Antarktis trieb, wie der britische Wissenschaftler David Vaughan in Washington erklärte. Der Abbruch sei eine Folge der globalen Klimaerwärmung. Noch größere Eisberge sind zuletzt 2002 und 1995 aus dem ewigen Eis gebrochen.

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