Folgen des Hurrikans
Bush tröstet die Opfer von Ike

Drei Tage nach dem Durchzug von Ike steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Bis zum Dienstagnachmittag (Ortszeit) seien mindestens 47 Tote gezählt worden, meldete die Zeitung „Houston Chronicle“.

HB TEXAS. Zehntausende Texaner wollten sich nicht evakuieren lassen, verbarrikadierten ihre Häuser und erwarteten Ike. Jetzt arbeiten Polizei, Nationalgarde und Feuerwehr mit vereinten Kräften, um Eingeschlossene und Verletzte zu retten. Aber auch um plünderungen zu vermeiden.

In den letzten Tagen war Kritik laut geworden, dass Hilfsgüter die Menschen in den betroffenen Gebieten zu langsam erreichten. Houstons Bürgermeister Bill White hatte eingestanden, dass es „kleinere Verzögerungen“ bei der Verteilung gegeben habe. Am Dienstag öffneten die Behörden Dutzende weitere Verteilungsstellen. Tausende Einwohner der Hurrikan-Region rund um die Millionenstadt Houston besorgten sich dort Lebensmittel, Wasser und Eis.

Präsident George Bush besuchte am Dienstag selbst die Krisenregion. Er sagte den Opfern des Hurrikans umfassende Hilfe zu und sprach von einer „schwierigen Situation“ in den verwüsteten Gegenden. Sowohl die Schutzmaßnahmen vor dem Eintreffen von „IKE“ am vergangenen Samstagmorgen als auch die Aufräumarbeiten sollten aus Bundesmitteln finanziert werden.

Einige Texaner flüchteten sich vor den Überschwemmungen, die Ike verursacht hatte, in eine Kirche. Mitten in der Nacht strandete vor dem Gotteshaus ein ausgewachsener Löwe und sein Besitzer. Auch ihnen wurde Quartier gewährt. Im Laufe der Nacht stieg das Wasser in der Kirche an und Holzplanken trieben durch die zerbrochenen Fenster ins Innere. Aber der Löwe verhielt sich lammfromm. Die Raubkatze stammte aus einem Privatzoo, ihr Besitzers Michael Ray Kujawa verbürgte sich für die Friedfertigkeit des Tieres: „Wenn er schwimmen muss, denkt ein Löwe nicht ans Fressen.“

Auch ein Tiger hat durch Ike sein Zuhause verloren. Auf der texanischen Halbinsel Bolivar brach das Tier aus seinem Gehege im Zoo aus. Jetzt sind Experten unterwegs, um die Raubkatze zu fangen.

Ike traf nicht nur die Amerikaner, sondern suchte auch die Karibikinsel Kuba heim. Zusammen hatten die Hurrikane Gustav und Ike vorläufigen Schätzungen der Regierung zufolge einen Schaden von fünf Milliarden Dollar verursacht. 443.000 Wohnungen seien beschädigt und 63.000 zerstört worden. drei Millionen Menschen waren in den vergangenen Wochen auf der Flucht.

Obwohl die USA gegen Kuba ein Handelsembargo erlassen haben, genehmigte die Regierung jetzt Lebensmittelverkäufe in Höhe von 250 Millionen Euro an den Inselstaat. Darüber hinaus sei Nichtregierungsorganisationen gestattet worden, Hilfsgüter im Wert von zehn Millionen Dollar nach Kuba zu liefern. Die Verkaufslizenzen wurden nach dem Durchzug des Hurrikans „IKE“ am 7. September ausgestellt. Havanna hatte die USA aufgefordert, das seit 1962 bestehende Embargo für sechs Monate aufzuheben, um die Einfuhr von Baumaterialien zu ermöglichen.

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