Fort Lauderdale: Dem Angreifer droht die Todesstrafe

Fort Lauderdale
Dem Angreifer droht die Todesstrafe

Die Schüsse im Flughafen von Fort Lauderdale haben ein schwer überschaubares Chaos angerichtet. Die Behörden versuchen nun, 25.000 Gepäckstücke zuzuordnen. Gegen den Todesschützen wurden mehrere Verfahren eingeleitet.
  • 0

Fort LauderdaleNach der Erschießung von fünf Menschen auf dem Flughafen der US-Stadt Fort Lauderdale droht dem mutmaßlichen Täter die Todesstrafe. Die Staatsanwaltschaft habe mehrere Verfahren gegen den 26-jährigen Verdächtigen eingeleitet, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf das Justizministerium. Zum einen werde dem Irak-Veteranen vorgeworfen, eine Gewalttat auf einem internationalen Flughafen durchgeführt zu haben. Darüber hinaus habe er eine Waffe benutzt, um ein Gewaltverbrechen zu begehen. Bei Verurteilung droht dem mutmaßlichen Schützen dem Bericht zufolge die Todesstrafe.

Der ehemalige Nationalgardist soll am Freitag an einer Gepäckausgabe auf dem Flughafen in Florida das Feuer eröffnet haben. Fünf Menschen waren sofort tot, sechs wurden nach Polizeiangaben vom Samstag verletzt in Krankenhäuser gebracht – einige von ihnen hatten lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Der Mann, der unverletzt festgenommen wurde, war von 2010 bis 2011 im Irak stationiert. Er war möglicherweise psychisch krank. Das FBI berichtete von offenbar wirren Äußerungen des mutmaßlichen Schützen bei einem bizarren Besuch in einem Büro der Bundespolizei im November.

Mittlerweile versuchen die Behörden im US-Staat Florida im Flughafen von Fort Lauderdale rund 25.000 Gepäckstücke und persönliche Gegenstände ihren Besitzern zuzuordnen. Das meiste Gepäck werde erst am Montag freigegeben, sagte Flughafensprecher Greg Meyer. Ein Firma sei beauftragt worden, die Sachen einzusammeln und zu sortieren. Wer etwas suche – vom Koffer bis zum Mobiltelefon, könne eine kostenlose Telefonnummer anrufen.

Die Bluttat an einem Gepäckband hatte am Freitag eine Panik unter den rund 12.000 Reisenden auf dem Flughafen ausgelöst. Das gesamte Gebäude wurde geräumt. Dan und Janice Kovacs berichteten, sie hätten mit ihren beiden Kindern in der Personenkontrolle gestanden, als die Schüsse fielen. Sie seien ohne Schuhe, Brieftasche, Mobiltelefon und Kabinengepäck davongerannt, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch das Personal und andere Passagiere ließen alles stehen und liegen und stürmten ins Freie.

„Wir haben keine Ausweise, wir haben keine Pässe, kein Geld“, sagte die 39-Jährige Janice Kovacs. Die ganze Familie sei barfuß über die Rollbahn gehetzt. Ihre Sachen würden noch untersucht. „Wir werden sie womöglich nicht einmal am Montag bekommen“, sagte Kovacs, die sich ein Paar Sandalen von ihrem Schwager geborgt hatte. Ihre elfjährige Tochter sei ziemlich durcheinander.

Joy und Larry Edwards berichteten, sie seien zwar mit dem Kabinengepäck geflohen, dann aber aufgefordert worden, ihre Taschen auf der Rollbahn liegen zu lassen. Sie seien zunächst in einen Hangar und dann in den Hafen Port Everglades gebracht worden, wo sie den größten Teil der Nacht zu Samstag zugebracht hätten. „Das Rote Kreuz kam. Sie haben uns Essen, Decken und Kissen gegeben. Alle haben getan, was sie konnten“, sagte Joy Edwards. Ihr Gepäck zusammen mit Pässen und Medikamenten hätten sie und ihr Mann aber immer noch nicht.

Andere Reisende saßen in ihren Flugzeugen fest, solange das Flughafengebäude geschlossen war. Manche harrten mehr als sieben Stunden in den Passagiermaschinen aus. Am Samstag gab die Polizei provisorische Ausweise an die Gestrandeten aus. Viele Menschen sind seit Freitagmorgen nicht aus ihren Kleidern herausgekommen. „Sie sind alles, was wir haben – und unser muffiges Selbst“, sagte Larry Edwards.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fort Lauderdale: Dem Angreifer droht die Todesstrafe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%