Frachter vor Neuseeland
Eine Hälfte der „Rena“ versinkt im Meer

Nachdem das Containerschiff „Rena“ auseinander gebrochen ist, versinkt das Heck des Frachters langsam im Meer. Die Behörden wissen nicht, was als nächstes passiert.
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WellingtonDas vor der Küste Neuseelands auseinandergebrochene Containerschiff „Rena“ versinkt mit einer Hälfte im Meer. Das Heck des Frachters rutsche von dem Riff Astrolabe ab, auf das die „Rena“ vor drei Monaten aufgelaufen war, und gehe unter, teilte die neuseeländische Schifffahrtsbehörde am Dienstag mit. Das 236 Meter lange Schiff war am Wochenende in rauer See auseinandergebrochen.

Das Heck des Schiffs sei gegen 09.00 Uhr (Ortszeit) ins Rutschen geraten, erklärte ein Sprecher der Schifffahrtsbehörde. Drei Stunden später seien drei Viertel des Hecks bereits untergegangen. „Nur die ersten 30 Meter sind noch über Wasser“, sagte er. Um die sinkende Wrackhälfte schwimmen den Angaben zufolge Holz, Plastik und andere Trümmer. „Es ist eine instabile Lage“, sagte der Sprecher. Die Behörden wüssten nicht, was als nächstes passiere.

Noch 800 Container an Bord

Seit dem Wochenende fielen rund 150 Container vom Frachter ins Meer. Weitere 800 befinden sich noch an Bord. Experten rechnen damit, dass viele von ihnen mit dem weiteren Sinken des Hecks auch ins Wasser fallen. Zudem gelangten kleinere Mengen Öl ins Meer. An der neuseeländischen Küste halten sich Reinigungsteams bereit für den Fall, dass Öl oder Gegenstände angespült werden.

Am Montag schloss die Polizei bereits den Zugang zu einem Strand, weil Menschen dort angeschwemmtes Milchpulver mitnahmen. Die Behörden warnten, dass die Milch möglicherweise gefährlich sei. Mehr als 30 Container und lose Trümmerteile waren zudem seit dem Wochenende an Strände gespült worden. Die Behörden schleppten deshalb andere Container auf das Meer, damit sie nicht an Land getrieben werden.

Die „Rena“ sitzt seit der Havarie am 5. Oktober auf dem Riff fest. Nach dem Unglück flossen 400 Tonnen Schweröl ins Meer. Das Öl verschmutze Strände und kostete tausende Seevögel das Leben. Die Ölpest gilt als schwerste maritime Umweltkatastrophe in der Landesgeschichte. Schätzungen zufolge befinden sich noch 100 Tonnen Öl an Bord des Frachters. Die andere Hälfte des Frachters ist den Angaben zufolge noch fest auf dem Riff verkeilt.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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