Frachter
Waffenschmuggel mit „Arctic Sea“?

Im mysteriösen Fall des von Russland vor Westafrika beschlagnahmten finnischen Frachters „Artic Sea“ gibt es neue Hinweise auf möglichen Waffenschmuggel. Laut Medienberichten wurde auf dem Schiff offenbar nicht nur Holz transportiert.

HB MOSKAU. Unter Berufung auf russische Geheimdienstquellen berichtete die Zeitung "Moskowski Komsomolez" ("MK") am Dienstag, das angeblich mit Holz beladene Schiff, das von russischen Kriegsschiffen vor der Küste Westafrikas aufgebracht worden sei, habe auch Waffen "mit unbekannter Herkunft und unklarem Ziel" an Bord gehabt. Die gefassten acht mutmaßlichen "Ostsee-Piraten" seien vorbestrafte Kriminelle, die vom Geheimdienst eines EU-Landes angeheuert worden seien. Russlands Staatsanwaltschaft bestätigte erstmals, dass auch ein möglicher Waffenschmuggel untersucht werde.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf Analysen in mehreren europäischen Staaten, das Schiff sei schwerer als es mit seiner offiziellen Ladung sein dürfte. Demnach ermittelten Experten in mehreren europäischen Ländern, dass der Frachter tiefer im Wasser liegt dies mit einer Holzfracht zu erwarten wäre.

Vielleicht sei auf dem Schiff nicht nur Holz transportiert worden, sagte auch der Leiter der Ermittlungsbehörden, Alexander Bastrykin, in einem vorab veröffentlichten Interview mit der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" (Mittwoch). "Wir schließen keine Varianten aus." Die "Arctic Sea" werde auch zu weiteren Ermittlungen in den Schwarzmeerhafen Noworossijsk geschleppt. Zudem würden die 15 von dem Frachter befreiten Seeleute so lange festgehalten, bis ihre mögliche Verstrickung in die Entführung geklärt sei.

Das russische Außenministerium teilte am Abend mit, bei einer ersten Durchsuchung des Schiffes sei "nichts Verdächtiges" gefunden worden. Allerdings werde die Ladung des Frachters weiter intensiv geprüft. Zur Überraschung der russischen Kriegsmarine habe der Kapitän der "Arctic Sea" beim Zusammentreffen vor Westafrika am 17. August aus ungeklärten Gründen behauptet, sein Schiff sei nicht der gesuchte Frachter, sondern der Transporter "Cheongjin 2" aus Nordkorea. Eine Anfrage bei der Botschaft Pjöngjangs in Moskau habe die Lüge entlarvt. Die Hintergründe der Behauptung würden untersucht.

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