Frankreich hat Angst vor neuen Waldbränden
Die Hölle ist zurück

Sengende Hitze, staubtrockener Boden und die gefürchtete Kraft des Mistralwindes - all dies macht zusammen mit abgestorbenem Blattwerk und Kiefernnadeln das Nährbett für die Wald- und Buschbrände im französischen Süden aus. Mit jedem Feuer in der Provence, an der Côte d'Azur oder auf Korsika wächst deshalb jetzt die Angst vor einem Flammeninferno „so wie im Sommer 2003.

HB PARIS. Die äußerst gefährliche Saison hat gerade erst begonnen, und jeder hat noch die Bilder von der tödlichen Feuersbrunst des vergangenen Jahres vor Augen. Das Schlimmste ist dabei aber, dass die besorgten Fachleute die Ängste sehr wohl für begründet halten. Denn die Wälder sind stark angeschlagen von der außergewöhnlich langen Trockenheit. Die verheerenden Feuer des Jahres 2003 ließen im mediterranen Süden Frankreichs Spuren der Verwüstung zurück wie seit Jahrzehnten nicht.

Zehn Menschen - Touristen, Einheimische und Feuerwehrleute - starben in den Flammen, vor allem in dem wiederholt betroffenen Maurengebirge unweit von Saint-Tropez. Die überforderte Feuerwehr wurde zu sage und schreibe 3 500 Einsätzen gerufen, weil irgendwo neu Flammen züngelten. Auf insgesamt 62  000 Hektar - das ist knapp zwei Mal die Fläche der Stadt Bremen - blieb verkohlte Vegetation zurück.

Die Zeichen stehen 2004 nicht auf Besserung. Im Umland von Nîmes brannten Häuser ab, Tausende mussten sich vor einem Feuer in der Nähe von Marseille in Sicherheit bringen. Und bei Bonifato im Norden der französischen Mittelmeerinsel Korsika vernichteten Flammen edelsten Wald der Balagne. Erste Brandstifter sind in Haft, und die Behörden gehen immer massiver gegen Hausbesitzer vor, die Unterholz um ihre Residenzen herum nicht beseitigen und so den Flammen Nahrung geben.

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