Frauen erzwingen Straßenbau
280 Kolumbianerinnen im Sex-Streik

Mehr als 100 Tage lang haben sich 280 kolumbianische Frauen in der Stadt Barbacoas ihren Männern verweigert, bis endlich die Reparatur einer Verbindungsstraße zugesagt wurde. Erst dann ließen sie die Ketten fallen.
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BogotáMit einem 110-tägigen Sex-Streik haben die Frauen der Stadt Barbacoas im Westen Kolumbiens die dringend benötigte Reparatur einer Verbindungsstraße in die 250 Kilometer entfernte Regional-Metropole Pasto erzwungen. Seit Ende Juni haben die Frauen sich geweigert, mit ihrem Partner zu schlafen - bis diese kaum noch eine andere Wahl mehr hatten, als sie zu unterstützen.

„Piernas cruzadas“ nannte sich die Protestbewegung passenderweise - was so viel bedeutet wie „Schneidersitz“, oder wörtlich: gekreuzte Beine. Fast vier Monate dauerte es, bis die Verwaltung schließlich einlenkte. Am Dienstag war es dann soweit: In Form eines protokollarischen Aktes wurde in Anwesenheit des Transportministers Germán Cardona, des Gouverneurs Antonio Navarro Wolff und des Bürgermeisters José Preciado der Startschuss für das Bauvorhaben gegeben.

Auch Carlos Rosado, zuständiger Leiter für den Straßenverkehr, war vor Ort. Er versicherte den Anwesenden, dass die Maschinerie und das Personal für die rund 40.000 Millionen Pesos (ca. 20 Millionen Dollar) teuren Reparaturarbeiten schon vor Ort seien. Erst dann beendeten die rund 280 streikenden Frauen unter der Führung von Richterin Barybell Silva und Dozentin Rubiela Cabezas ihren Sex-Streik und ließen die Ketten fallen, die sie während ihrer Aktion symbolisch getragen hatten. Außerdem trugen die Frauen Armbänder mit mit der Aufschrift „Yo amo a Barbacoas“ - „Ich liebe Barbacoas“.

Offenbar bedurfte es dieser drastischen Maßnahmen, um die Reparatur der Straße durchzusetzen. Warum sich die Männer zuerst weniger für die dringenden Reparaturarbeiten einsetzten als ihre Frauen, bleibt offen. Einer der „Betroffenen“ gibt zu, es sei zwar schwierig gewesen, all diese Tage mit den Protesten der Frauen zu leben. Aber sie seien sich einig geworden, dass es noch viel schwieriger sei, Kinder in die Welt zu setzen - erst Recht in solch einem Ort.

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