Freibeuter angeklagt
Erster deutscher Piratenprozess seit Jahrhunderten

Erstmals seit Hunderten von Jahren wird in Deutschland eine Gerichtsverhandlung gegen Freibeuter geführt. Die somalischen Piraten wurden der hiesigen Justiz übergeben, da sie ein Schiff einer Hamburger Reederei gekapert hatten.
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HB HAMBURG. Etwa vier Monate nach der Auslieferung der mutmaßlichen Piraten aus Somalia hat die Hamburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen die zehn Männer erhoben. Ihnen wird ein Angriff auf den Seeverkehr und erpresserischer Menschenraub vorgeworfen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers, am Dienstag in Hamburg mitteilte. Die somalischen Staatsbürger würden dringend verdächtigt, am 5. April das unter deutscher Flagge im Indischen Ozean fahrende Containerschiff MS “Taipan“ der Hamburger Reederei Komrowski gekapert zu haben. Das Schiff war auf dem Weg von Haifa nach Mombasa.

“Damit kommt es erstmals seit Jahrhunderten in der Hansestadt wieder zu einem Strafverfahren gegen mutmaßliche Piraten“ sagte Oberstaatsanwalt Möllers. Beginn der Verhandlung vor der Großen Strafkammer drei des Landgerichts soll noch in diesem Jahr sein. Bei einer Verurteilung drohen den Beschuldigten bis zu 15 Jahre Haft. Die Anklage war bereits am 21. September erhoben worden.

Nach dem Anti-Piraten-Einsatz eines niederländischen Spezialkommandos am Ostermontag auf dem deutschen Containerschiff hatte das Amtsgericht Hamburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hamburg seinerzeit Haftbefehle gegen die zehn mutmaßlichen Seeräuber erlassen. Die Männer waren Anfang Juni nach Deutschland ausgeliefert worden und befinden sich seither in Untersuchungshaft.

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  • Es gibt in Hamburg zu viele Grüne Richter, die einen anderen Verlauf einleiten können als viele denken.
    Zu erst werden die Piraten , die ja in Wirklichkeit arme Schweine sind, von Gutachtern zu Zuständen in ihrer heimat befragen. Da stellt sich raus, dass auch Deutsche mit ihren Fangschiffen, das Meer leer gefischt haben. Die Grundlage zum leben wurde von Meier,Schröder und Müller also von uns ausgelöscht.
    Dann haben banden sie mit Geld gezwungen Schiffe zu kapern um ihre Familien zu ernähren. Die Medien bei uns werden sich mit informationen überschlagen und die Grünen fordern früh Freispruch und eine hohe Entschädigungszahlung und Asylaufenthalt. Der Zentralrat der Juden und der Zentralrat der Muslime
    werden vermutlich wieder auf grüner Seite stehen und
    fordern das diesen Leuten von uns geholfen wird.
    Deutsche sammeln Spenden für eine Rückkehr nach Somalia auf einen Deutschen Frachter.

  • Haben die "mutmaßlichen" Piraten schon Asyl beantragt?
    Erhalten sie schon HartziV?
    Haben sie schon eine Wohnung/Haus.
    ist der Familiennachzug schon geregelt?
    Wir freuen uns schon auf diese "Kulturbereicerer".

  • Gestatten Sie mir, auf einen kleinen aber feinen Unterschied in der Nutzung der begrifflichkeiten "Pirat" und "Freibeuter" hinzuweisen:
    Die inhaftierten sind mit Verlaub keine Freibeuter, sondern gewöhnliche Piraten: Freibeuter nennt man Kaperer, die das Recht bzw. den Auftrag hatten, Schiffe einer anderen Nation auszurauben oder zu versenken. Der Kaperer handelte dabei offiziell im Auftrag des ausstellenden Staates und war im besitz eines entsprechenden Kaperbriefes.

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