Freiluftmesse in Warschau
Hunderttausende Gläubige begrüßen Papst

Papst Benedikt XVI. setzt am heutigen Freitag seinen Polen-Besuch fort. Höhepunkt ist eine Messe unter freiem Himmel. In Warschau sind seit dem Morgengrauen zehntausende Pilger auf den Beinen, um sich einen guten Platz zu sichern.

HB WARSCHAU. Die Gläubigen versammelten sich bei leichtem Nieselregen auf dem Pilsudski-Platz und säumten die Straßen der Innenstadt. Für die Messe, den Höhepunkt des Papstbesuches in Polen, wurde eine vier Meter hohe Plattform errichtet, darüber ein 25 Meter hohes Kreuz.

Unter dem Läuten der Kirchenglocken und dem Jubel der Menge fuhr Benedikt zu dem Platz, auf dem sein Vorgänger Johannes Paul II. 1979 zur Erneuerung der polnischen Staats- und Gesellschaftsordnung aufgerufen hatte. Dem Aufruf folgte die Erhebung der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc und der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in den Jahren 1989/90.

Die zweite Auslandsreise führt den Papst unter anderem in das Kloster Jasna Gora im Wallfahrtsort Tschenstochau, nach Krakau, Wadowice und in den Marien-Wallfahrtsort Kalwaria Zebrzydowska. In der Region im Süden Polens wurde Johannes Paul geboren, und dort lebte er als Priester und Bischof bis zu seiner Wahl zum Papst 1978.

Während des Besuches hat Benedikt vor allem auf die dunklen Seiten des Nazi-Terrors in Polen verwiesen. „Lasst uns alle beten, dass die Wunden der Vergangenheit heilen“, sagte der deutsche Papst am Donnerstag. Auch Staatspräsident Lech Kaczynski erinnerte an die schwierige Geschichte zwischen Polen und Deutschen: „Polen und Deutsche sind Völker, die sich geographisch nahe sind, aber im Laufe der Geschichte oftmals getrennt waren.“ Höhepunkt und Abschluss der Reise ist am Sonntag ein Besuch im deutschen Vernichtungslager Auschwitz, wo Benedikt mit Holocaust-Überlebenden beten will.

Zugleich steht der Besuch ganz im Zeichen der Erinnerung an den aus Polen stammenden Vorgänger, Papst Johannes Paul II.. Immer wieder erinnerte Joseph Ratzinger an seinen „geliebten Vorgänger“ Johannes Paul. „Ich bin gekommen, den Spuren seines Lebens zu folgen“, sagte der 79-jährige Papst. Es ist erste Reise eines deutscher Papst nach Polen und die zweite Auslandsreise seit der Wahl Ratzingers zum Papst am 19. April 2005. Die erste Auslandsreise hatte ihn im August vergangenen Jahres zum Weltjugendtag nach Köln geführt.

Nach der heutigen Messe reist Benedikt in den berühmtem Wallfahrtsort Tschenstochau in Südpolen, wo die schwarze Madonna verehrt wird. Anschließend geht es nach Krakau - der Stadt, in der sein Vorgänger Johannes Paul Bischof Kardinal war.

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