Freudenfeier in Heimatdorf
Siamesische Zwillinge auf gutem Weg

Einen Tag nach dem äußerst riskanten Eingriff, bei dem die beiden Zweijährigen am Kopf getrennt wurden, sind sie nach Angaben der Ärzte in „bemerkenswert guter Verfassung“. Ob und wie stark möglicherweise die Gehirne der beiden geschädigt wurden, ist noch völlig unklar.

HB DALLAS. Dr. James Thomas vom Medizinischen Zentrum für Kinder in Dallas sagte am Montag (Ortszeit), erstmals nach der Trennung seien die Gehirne der Kinder mit einem Cat-Scan untersucht worden. Dabei seien keine Blutungen und nur „minimale“ Schwellungen entdeckt worden. Die zwei Jahre alten Jungen, Ahmed und Mohamed Ibrahim aus Ägypten, waren am oberen Kopf zusammengewachsen.

Der Zustand der Kinder wurde am Montag weiter als kritisch, aber stabil bezeichnet. Jetzt komme es darauf an, wie die beiden die nächsten Tage überstünden. „Wir arbeiten uns Stunde für Stunde voran“, sagte Thomas. Die Zwillinge werden nach ihrer Marathonoperation von 34 Stunden jetzt noch für einige Tage künstlich in einem Koma gehalten. Ihnen stehen in den kommenden Jahren Dutzende von Operationen und Therapien bevor.

„Wir werden in den kommenden Wochen sehr besorgt sein“, sagte der Arzt Dale Swift. „Es ist zu früh, das Ausmaß möglicher Gehirnschäden abzusehen“. Nach den Worten der Ärzte gibt es eine Reihe von Gefahren für die Kinder, darunter vor allem Thrombosen und Schlaganfälle sowie Infektionen. Man hoffe, dass die neu verlegten Venen hielten, hieß es.

Große Freude lösten die insgesamt positiven Nachrichten aus Dallas am Montag in der Heimat der Zwillinge aus. Die Dorfbewohner hätten sich auf der Straße gegenseitig gratuliert und planten nun eine große Feier, sollte der Zustand der Kinder in den nächsten Tagen stabil bleiben, sagte der Dorfvorsteher von El Hamra und El Dschafara in der oberägyptischen Provinz Kena.

Nur zwei Prozent aller Siamesischen Zwillinge sind am oberen Kopf zusammengewachsen - eine der schwersten Missbildungen in diesem Bereich. Rund die Hälfte der 60 so genannten Craniopagus-Zwillinge, die bisher weltweit operativ getrennt wurden, starben. 17 Operierte trugen Gehirnschäden davon und nur sieben konnten danach ein normales Leben führen.

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