Friedliches Fest
Hunderttausende feier Tag der Einheit

Hunderttausende Bürger haben in Saarbrücken und Berlin friedlich den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Im Zentrum der saarländischen Landeshauptstadt lockte ein großes Bürgerfest die Menschen an.
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dpa SAARBRÜCKEN/BERLIN. Bis zum Samstagnachmittag verlief die Feier friedlich und ohne Zwischenfälle, wie ein Polizeisprecher sagte. In der Stadt herrschte Sicherheitsstufe eins, zwischen 1000 und 1500 Polizisten sicherten die Feierlichkeiten. Noch bis in den späten Abend sollte die Einheits-Sause dauern, insgesamt wurden rund 500 000 Besucher erwartet. In Berlin musste am Brandenburger Tor die Festmeile sogar wegen Überfüllung geschlossen werden. Es seien mehrere hunderttausend Menschen auf der mehr als einen Kilometer langen Meile unterwegs, sagte ein Polizeisprecher.

Zusätzlich begleiteten dort mehrere zehntausend Menschen am Tag der Deutschen Einheit zwei riesige Marionetten durch die Hauptstadt. Der 15 Meter hohe Große Riese und die Kleine Riesin mit siebeneinhalb Meter Höhe sollten sich am Nachmittag aus Ost und West kommend am Brandenburger Tor treffen und nach langer Trennung in die Arme fallen. Damit erinnerten die Figuren der französischen Compagnie Royal de Luxe symbolisch an den Mauerfall vor 20 Jahren. Nach Angaben der Polizei verliefen die Feiern bis zum Nachmittag friedlich.

Angesichts mehrerer Terror-Drohungen des islamistischen Terrornetzwerks El Kaida wurde die Sicherheitsmaßnahmen für die Einheitsfeiern in Saarbrücken und Berlin verschärft. "Für den 3. Oktober werden aufgrund der veränderten Sicherheitslage mehr Sicherheitskräfte vor Ort sein", hatte Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) gesagt. Bis zum Nachmittag gab es aber weder in Saarbrücken noch in Berlin konkrete Gefahrenhinweise.

In Saarbrücken kreisten Hubschrauber, der zentrale Festakt in der abgesperrten Congresshalle wurde auch von Scharfschützen der Polizei überwacht. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Bundespräsident Horst Köhler, Kanzlerin Angela Merkel und Saarlandsministerpräsident, der amtiere Bundesratspräsident Peter Müller (beide CDU) teil. Am Vormittag hatten die Spitzen des Staates gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst in der barocken Ludwigskirche gefeiert. Am Saarufer präsentierten sich die 16 Bundesländer, aber auch der Bundestag, der Bundesrat und die Bundesregierung. Unter dem Motto "Europa leben" waren auch die angrenzenden Nachbarländer Luxemburg und Frankreich mit Ständen vertreten.

Nach 1993 war das Saarland zum zweiten Mal Gastgeber für das Fest, das traditionell in der Heimat des Bundesratspräsidenten stattfindet. Das Fest sei "zu einem Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Bundesrepublik Deutschland herangewachsen", sagte Ministerpräsident Müller. Er übergab am Nachmittag symbolisch die Schlüssel für die Länderkammer an seinen Nachfolger Jens Böhrnsen (SPD). Der Bremer Bürgermeister übernimmt den Vorsitz in der Länderkammer zwar erst am 1. November, doch wie zuvor wurden die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit für die persönliche Übergabe genutzt.

Am offiziellen Amtswechsel im Bundesrat ändert das allerdings nichts. Die Präsidentschaft wechselt nach einem festen Plan zwischen den Länderregierungschefs. Sie beginnt am 1. November und endet am 31. Oktober. "Es war ein interessantes und spannendes Jahr. Mir hat das Spaß gemacht, aber ich freue mich jetzt auch, den Staffelstab weiterzureichen", sagte Müller und schenkte Böhrnsen saarländischen Wein. Sein Nachfolger bedankte sich mit einem ungewöhnlichen Präsent: Er überreichte Müller eine Schirmmütze des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen, die vorne die Aufschrift "Werder" und hinten "MP Müller" trägt.

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