Früher bis Amerika geflohen
"Ausbrecherkönig" in Mannheim entkommen

Bereits zum dritten Mal ist einem Verbrecher die Flucht aus dem Mannheimer Gefängnis gelungen. Obwohl er in einer Einzelzelle unter besonders strengen Sicherheitsmaßnahmen untergebracht war und sogar den Alarm auslöste, konnte der 32-Jährige am Samstagmorgen entkommen, wie Polizei und Justizvollzugsanstalt mitteilten.

HB MANNHEIM. Auch am Tag danach hatte die Polizei keine heiße Spur von dem verurteilten Dieb. Das Justizministerium prüft nach Auskunft eines Sprechers nun intensiv die Umstände des Ausbruchs.

Der 1,85 Meter große „Ausbrecherkönig“ ist wegen etlicher Bandendiebstähle zu mehreren Freiheitsstrafen verurteilt worden und hätte noch bis 2007 einsitzen müssen. Bei einer seiner früheren Fluchten hatte er es im Jahr 2000 sogar bis nach Amerika geschafft. Allerdings wurde er dort später wieder gefasst und nach Deutschland zurückgebracht.

Diesmal war er in der Justizvollzugsanstalt Mannheim extra in einem „vandalensicheren“ Raum untergebracht worden, der nur mit dem Nötigsten ausgestattet ist. Dennoch konnte der Mann ein Loch in die Außenwand seiner Zelle graben. Mit einfachen Gegenständen wie seinem Essbesteck habe er zunächst den Mörtel abgekratzt, bis es ihm gelungen sei, einen ganzen Steinquader aus der Mauer zu stemmen, sagte ein Polizeisprecher.

Eine Leiter, mit der er auf die Mauerkrone gelangte, hatte er sich aus seinem Bettgestell und anderen Metallteilen gebastelt, die er teilweise abgesägt oder mit Brachialgewalt auseinander gebogen hatte. Vom Alarm herbeigerufene Gefängnisbedienstete konnten die Flucht nicht mehr verhindern. Auch ein Warnschuss stoppte ihn nicht, obwohl er sich beim Übersteigen der Mauer verletzte und einen Schuh verlor.

Ein Sprecher des Justizministeriums konnte zunächst nicht erklären, wieso der Häftling die Mauer durchbrechen und die Sicherheitseinrichtungen überwinden konnte: „Wir nehmen derzeit eine eingehende Prüfung aller Fakten vor.“

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